Montag, 29. September 2008

Cochin & die Backwaters









Mitlerweile sind wir an der Westkueste gelandet. Momentan im kleinen Touristen- /Fischerstaedtchen Fort Cochin. Hier ist es endlich ein wenig europaeischer, mit Cafes, Supermarkt, usw...

Heute waren wir in den Backwaters (so was wie der Amazonas in klein) , die bei weitem das Highlight in Kerala (unser momentaner Bundesstaat) sind. Die Boottour war einfach super. Ueberall nur Waelder aus Palmen. In Natur noch viel schoener als auf den Bildern, aber seht selbst...
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Freitag, 26. September 2008

Madurai - die Tempelstadt

Nachdem wir gestern ausgeschlafen hatten, mit a/c ist das gar kein Problem, suchten wir wie immer im Gewuehle am Busbahnhof unseren Bus, welchen man jedoch nur durch Durchfragerei findet (es ist alles nur in Schriftzeichen angeschrieben). Wir fuhren geschlagene fuenf Stunden und konnten anschliessend (dem letzten Internetcafebesuch sei Dank) ohne weiteren Stress in ein gutes und sauberes a/c -Hotel einchecken (Hotel Pearl).
Anschliessend gingen wir in das erste FastFood- Restaurant gegangen, welches wir in Indien gefunden haben. Nach einer klitzekleinen Vorspeisse - Pommes - bekamen wir dann eine nette kleine "Pizza". Eher rundes belegtes Broetchen, welches allerdings ganz gut schmeckte.

Nachdem wir uns in einer Konditorei lecka Kekschen und Kuchen gekauft haben, legten wir uns im Hotelzimmer vor den Fernseher (Oceans12) und mampften. Anschliessend gings dann noch zum Abendessen aus eine Dachterrasse von welcher
wir den Blick ueber ganz Madurai hatten...

Am naechsten Tag schlieffen wir auch wieder recht lange. Nach einem Fruehstueck (wobei hiermit immer ein normales Gericht und wirklich niemals Toast oder aehnliches gemeint ist) machten wir uns mit der Autorickshaw auf zu dem Sri Meenakshi Temple. Da dieser allerdings erst nachmittags oeffnete, wurden wir von etlichen freundlichen Haendlern ueberredet doch einen Blick von ihrer Dachterrasse auf den Tempel zu geniessen - natuerlich kostenlos. Allerdings mit Fuehrung durch ihre Laeden. Wir wuerden ueberall special pice bekommen, weil wir die first customer waeren oder student price. Ihr Lieblingssatz ist: Gugge koste nix. & I'm no guide, I'm just friendly.
Nach einem kurzen Trip ueber einen Schneidermarkt, gelangten wir dann schliesslich (wie immer ohne Schuhe) in den Tempel. Was die Rituale darin sollten war uns schleierhaft, aber sehr interessant. Zum Beispiel ist in jedem Tempel ein heiliger Elefant, vor dem allerdings einige indische Kinder enorme Angst zu haben schienen. Dieses Mal gab es auch noch eine mit Samt und Gold geschmueckte Kuh. Weitere komische Rituale: Fruechte gegen die Wand werfen, Curry ueber Figuren streuen, sich mit Wachs beschmieren, sich anmalen, den Boden kuessen, Farbpulver rumschuetten, Fruchtsalat opfern und sich von einem "Guru" mit einem Palmwedel nicht gerade schlagen, aber so aehnlich, zu lassen.

Unsere Hoffnung anschliessend bei dem Schloss eine LightShow zu sehen, wurde leider enttaeuscht, da alles schon geschlossen hatte. Daher besuchten wir einen Gottesdienst in der Kathedrale von Madurai und liessen den Abend ebenfalls bei
einem Abendessen auf der Dachterrasse abklingen.

Julia

Mittwoch, 24. September 2008

Trichy





Heute sind wir nach einer 5 stuendigen Busfahrt in Trichy angelangt. Viel gemacht haben wir heute nicht, freuen uns aber sehr ueber die Dusche und unsere Air condition.
Beim Einchecken hatten wir einige Meinungsverschiedenheiten mit dem Personal unseres Hotels, wie eine Klospuelung zu funktionieren hat. Sie benahmen sich eindeutig wie Affen.
Anschliessend sind wir zum Beruhigen in den Tempel gegangen und wurden gesegnet.
Morgen gehts nach Madurai...




Auroville

Um 12 Uhr fuhren wir mit dem Taxi nach Auroville. Auroville ist eine Siedlung in der Naehe von Pondicherry die vor 40 Jahren von "der Mutter" gegruendet wurde mit dem Ziel irgendwann eine universelle, ideale Stadt zu werden mit 50000 Einwohnern. Momentan wohnen dort rund 2000 bis 3000 Menschen, etwa ein drittel aus Europa (groesstenteils Frankreich und Deutschland). Auroville ist eine internationales Projekt und die Leute dort leben in so etwas wie Kommunen welche in einem Wald verteilt um ein riesige Kugel stehen, das Matrimandir. (sieht aus wie eine Mischung aus einem riesigen goldenen Golfball und einem NASA Experiment, naeheres bei Wikipedia)...
Unsere Ankunft dort war ziemlich verwirrend, da uns niemand wirklich helfen konnte ein Guesthouse zu finden, was wohl daran liegt, dass die Aurovillianer nicht wirklich auf Touristen stehen die nur kurzzeitig kommen.

Eigentlich sollte man hier mindestens eine Woche bleiben und sich irgendwie integrieren was uns leider nicht klar war. Wir fanden gluecklicherweisse doch ein nettes Guesthouse und der Besitzer brachte uns mit seinem Motorrad (zu dritt plus komplettes Reisegepaeck) dort hin.
Da alles sehr weit auseinander liegt, beschlossen wir uns auch einen Roller zu mieten.
Eigentlich gibt es in Auroville nicht viel zu sehen wenn man "nur" als Tourist unterwegs ist und nicht wirklich versteht wie das ganze funktioniert. Nur das Matrimandir, in dem sich ein riesiger Meditationssaal befindet und die groesste Kristallkugel der Welt, in dass wir aber leider nicht eingelassen wurden bzw. nur unter Anmeldung und, laut Reisefuehrer, sichtlichem Wiederwillen der Aurovillianer.

Pondicherry

Mamallapuram verliessen wir um die Mittagszeit & machten uns (wieder mit dem Bus) auf den Weg nach Pondicherry.
Dort quartierten wir uns in der Villa Pondicherry ein, einem laut Markus englisch, laut mir portugisisch eingerichteten Gaestehaus (mit a/c)...
Nach einem Gesundwerdeschlaefchen fuer mich (Fieber ist gesunken) machten wir uns auf den Weg zum Abendessen. Im franzoesisch gefuehrten Restaurant ass Markus gleich zwei Portionen. Am naechsten Morgen bekamen wir (als einzigen Gaeste der Villa) ein niedlich angerichtetes Fruehstueck im kleinen Esszimmer. Anschliessend wuschen wir das erste Mal unsere wichtigsten inzwischen verdrecktesten & durchgeschwitztesten Klamotten.

Waescheleine


Sie wurden auf unserer selbst gebauten Waescheleine zum Trocknen aufgehaengt. Nach einem ersten Stop im Internetcafe (in welchem Markus sogar einen guten Cappucino bekam) wanderten wir die Strasse entlang, stetig der vielen Hunde wegen im Slalom, gen Supermarkt. Dieser entpuppte sich tatsaechlich als ein fast europaeisch Eingerichteter. Nur einige indische Produkte mischten sich unter Fructies, Garnier, Kellogs, Knorr, Leibniz, etc... Leider mit unseren heimigen Preisen vergleichbar. Vor allem Klopapier & Taschentuecher entpuppten sich als ueberteuert. Ebenfalls der Levis Store wenige Haeuser weiter war kein Schnaeppchenladen. Nach einem ueberraschend hervorragendem Essen auf einer Dachterrasse schlenderten wir an Laeden zu einem kleinen Markt entlang, auf welchem wir eine Elefantensegnung erhielten...


Waehrend die juengeren InderInnen uns meist begeistert ansprachen " Where are you from?", "Whats your name?", erhielten wir von der aelteren Generation eher kritische Blicke.




Gandhistatue am Strand

Anschliessend fuehrte unser Weg uns ueber den Strand von Pondicherry und durch den Park in unsere kleine Villa zurueck.

Ps: Markus Hand heilt gut & mir gehts auch erheblich besser.

Julia

Sonntag, 21. September 2008

Elefantensegnung in Pondicherry

Freitag, 19. September 2008

Mamallapuram


Mamallapuram liegt 60km suedlich von Chennai und wir sind mit Bus und Rickshaw fuer 80 Cent hierhergekommen. Am Busbahnhof erwarteten uns wieder aufdringliche Fahrer die uns sofort wieder zurueckfahren wollten. Ansonsten ist Mamallapuram ein nettes kleineres Touristendorf, mit weniger Rickshaws dafuer mit mehr Kuehen, Ziegen und Hunden auf der Strasse. Wir wohnen in einem kleinen Apartmenthotel ohne Klimaanlage, aber mit lautem Ventilator.
Heute waren wir auf Sightseeing Tour bei den Tempeln fuer die das Dorf bekannt ist.





Besuch bei den "Five Rathas" (aus Stein gehauene Tempel)


Shore Temple























Anstatt das man hier die Einheimischen fotografiert, will jeder Inder Fotos mit uns machen, sodass wir immer herhalten und freundlich Laecheln mussten.
Ansonsten haben wir heute das erste Mal den Indischen Ozean gesehen. Jule hat leichtes Fieber, was aber wahrscheinlich an der Hitze liegt, denn wir schlafen immer mit Moskitonetz. Ich habe mich mal wieder verletzt, als ich heute morgen beim Anziehen meine Hand in den Deckenventilator gestreckt habe.



Dachrestaurant

Chicken im Taschenlampenschein


Beim Abendessen auf der Dachterasse fiel zu allem uebel auch noch der Strom aus, sodass wir bei Taschenlampenlicht essen mussten, dafuer aber mit Meerblick. Da wir heute noch verschiedentlich beschissen worden sind (was bei den Preisen hier aber mich weiter tragisch ist), war es heute alles in allem ein schwarzer Tag....


Collywood

Collywood ist neben Bollywood eine der drei grossen Filmindustrien und die groesste in Tamil Nadu (Collywood mit C fuer Chennai). Der Tag begann mit einer Rikshawfahrt durch halb Chennai, was uns zudem ohne Kosten die Moeglichkeit gab, den Rest der Stadt zu sehen.
Chennai sieht w
ohl beinahe ueberall gleich aus, ueberfuellte Strassen, viel Dreck und Smog, dass einem die Augen brennen. Am Rand des Flusses, welchen man schon von weitem riecht (und stinken ist dabei untertrieben, da wir mit Mueh und Not unseren Magen in der Senkrechten zu halten versuchten) sind zum Teil groessere Slums. Ueberhaupt leben in Chennai sehr viele sehr arme Menschen und Schaaren von Obdachlosen&Bettlern. (Die jungen Frauen mit den Kindern sind am penetrantesten!)
Die Filmstudios liegen direkt in Chennai und sind sehr unuebersichtlich. Nach 20 Minuten kamen 3 weitere Busse mit "internationalen Statisten" darunter einige Deutsche, aber auch Reisende aus Kasachstan, Australien, Veneyuela, Russland und Argentinier. Alle sehr freundlich und da wir zwischen jeder Szene 2 Stunden Zeit hatten, konnte man sich mit vielen unterhalten.

Fruestueck beim Set (leider durften wir im Studio nicht fotografieren)


Einige von ihnen lebten ausschliesslich vom Statistendasein in Bombay und Madras.
Da die Inder komischerweisse ueberwiegend Europaeer suchen um ihre Filme internationaler und hollywood like aussehen zu lassen ist es relativ einfach Statistenrollen zu finden.
Der Film handelte klischeemaessig von Liebe und Tanzen, glauben wir zumindest.
Wir bekamen schlecht sitzende Anzuege bzw. uebermaessig kitschige Kleider, Sonnenbrillen und dreckige Cocktailglaeser mit Pepsi und durften den Hauptdarsteller aus dem Hintergrund heraus feiern.




Markus bei Setpause

Dieser ist ein Superstar im Tamil-Kino und sowas, wie der Jim Carry des indischen Kinos. Er sah mit seinem weissen Anzug, den 15 Inderinnen, die um ihn herum tanzten und seiner abgedrehten Hochstellfrisur auch irgendwie witzig aus. Alles in allem wars ganz lustig, aber nach 12 Stunden Warten und gefuehlten 50 Grad unter den Studiolampen, auch sehr anstrengend. Die 700 Rupie Gage ( was fuer indische Verhaeltnisse viel, aber umgerechnet nur 12 Euro sind ) waren also hart verdient und die Muehr nicht wert. Um 9 waren wir wieder nach einer abenteuerlichen Rickshawfahrt ( und die sind hier wirklich abenteuerlich) im Hotel, wo wir uns entschieden spontan ein Tag frueher auszuchecken und Richtung Sueden zu Reisen.

Am selben Abend traten wir auch ins erste Fettnaepfchen in Sachen Voelkerverstaendigung, indem wir es wagten zusammen in die Hotelbar zu gehen. Spaetestens an den Blicken und der Stille von 50 Maennern erkannten wir, dass Frauen normalerweise nicht hier anzutreffen sind. Aber wir liessen uns nicht beirren und tranken trotzdem unser XXL Bier...

Flug und Ankunft in Chennai

Nachdem wir nun schon 4 Tage in Indien sind umd auch schon einiges erlebt haben wollen wir nun endlich mal von unsren ersten Tagen berichten...
Unser Flug war anstrengend. Waehrend Julia die ersten zwei Stunden im kleinen, wackeligen Flieger nach London gut ueberstand wurde mir zunehmend schlechter. War ja auch mein erster Flug. In London Verbrachten wir die meiste Zeit schlafend im Wartebereich, da der Londoner Flughafen nicht sehr interessant und zudehm auch im Free-
Tax-Bereich uebertrieben teuer ist.
London Heathrow

Die 2te Maschiene nach Chennai war groesser und somit ruhiger. Gluecklicherweisse auch nur halb gefuellt, sodass wir uns ueber 3 Sitze ausdehnen konnten und ich wenigstens 2 bis 3 Stunden den Schlaf nachholen konnte der mir aufgrund meiner Erkaeltung die letzten Tage gefehlt hatte. Ansonsten war der 10 stuendige Flug ziemlich ereignisslos.

In Chennai erschlug uns beim Ausstieb erst mal eine Wand feucht warmer, tropischer Hitze. Der Chennai Airport war um halb 4 morgens teilweise menschenleer, sodass wir schnell draussen waren. Vor der Tuer erwartete uns auch schon eine Horde penetranter Rickshaw Fahrer die uns auf Schritt und Tritt verfolgten. 20 min. spaeter, nachdem wir Geld abgehoben hatten, was schwieriger war als wir dachten, da die indischen Geldautomaten anderst zu bedienen sind, sassen wir im Pre-paid Taxi zu unserm Hotel mit A/C und westlicher Toilette wo wir uns erst mal schlafen legten. Da das Hotel sehr sauber war und ich immernoch krank buchten wir es gleich fuer die naechsten 3 Tage. Gegen Abend wagten wir uns auf die Strasse vor unserem Hotel das direkt gegenueber des Hauptbahnhofs Egmore in Chennai liegt. Chennai ist wahrscheinlich eine der haesslichsten Staedte Indiens. Die Strassen sind 2 spurig - werden aber von 5 Rickshaws und 2 Motorraedern parallel befahren, die permanent hupen und jegliche Verkehrsregeln missachten. Die Buergersteige (wenn vorhanden) sind eng, dreckig, voller Loecher und meistens abgetreten, zudem dicht besidelt von Indern, Hunden und andern Tieren. Ueberall sind Muellberge und Essensstaende und es stink, daher fluechteten wir nach einer Halben Stunde wieder ins Hotel.


Strassenbild von Chennai

Spaeter trafen wir in einem nahegelegenen Internetcafe einen netten, aelteren Englaender der zufaellig im gleichen Hotel wohnte. Gleich darauf wurden wir auf der Strasse von einem Inder angesprochen, der auf der Suche nach internationalen Statisten fuer einen Film war. Da er uns anbot Hin- und Rueckfahrt zu organisieren und es sich nach Spass anhoerte liessen wir uns darauf ein.