Chennai sieht wohl beinahe ueberall gleich aus, ueberfuellte Strassen, viel Dreck und Smog, dass einem die Augen brennen. Am Rand des Flusses, welchen man schon von weitem riecht (und stinken ist dabei untertrieben, da wir mit Mueh und Not unseren Magen in der Senkrechten zu halten versuchten) sind zum Teil groessere Slums. Ueberhaupt leben in Chennai sehr viele sehr arme Menschen und Schaaren von Obdachlosen&Bettlern. (Die jungen Frauen mit den Kindern sind am penetrantesten!)
Die Filmstudios liegen direkt in Chennai und sind sehr unuebersichtlich. Nach 20 Minuten kamen 3 weitere Busse mit "internationalen Statisten" darunter einige Deutsche, aber auch Reisende aus Kasachstan, Australien, Veneyuela, Russland und Argentinier. Alle sehr freundlich und da wir zwischen jeder Szene 2 Stunden Zeit hatten, konnte man sich mit vielen unterhalten.
Fruestueck beim Set (leider durften wir im Studio nicht fotografieren)
Einige von ihnen lebten ausschliesslich vom Statistendasein in Bombay und Madras.
Da die Inder komischerweisse ueberwiegend Europaeer suchen um ihre Filme internationaler und hollywood like aussehen zu lassen ist es relativ einfach Statistenrollen zu finden.
Der Film handelte klischeemaessig von Liebe und Tanzen, glauben wir zumindest.
Wir bekamen schlecht sitzende Anzuege bzw. uebermaessig kitschige Kleider, Sonnenbrillen und dreckige Cocktailglaeser mit Pepsi und durften den Hauptdarsteller aus dem Hintergrund heraus feiern.
Markus bei Setpause
Dieser ist ein Superstar im Tamil-Kino und sowas, wie der Jim Carry des indischen Kinos. Er sah mit seinem weissen Anzug, den 15 Inderinnen, die um ihn herum tanzten und seiner abgedrehten Hochstellfrisur auch irgendwie witzig aus. Alles in allem wars ganz lustig, aber nach 12 Stunden Warten und gefuehlten 50 Grad unter den Studiolampen, auch sehr anstrengend. Die 700 Rupie Gage ( was fuer indische Verhaeltnisse viel, aber umgerechnet nur 12 Euro sind ) waren also hart verdient und die Muehr nicht wert. Um 9 waren wir wieder nach einer abenteuerlichen Rickshawfahrt ( und die sind hier wirklich abenteuerlich) im Hotel, wo wir uns entschieden spontan ein Tag frueher auszuchecken und Richtung Sueden zu Reisen.
Am selben Abend traten wir auch ins erste Fettnaepfchen in Sachen Voelkerverstaendigung, indem wir es wagten zusammen in die Hotelbar zu gehen. Spaetestens an den Blicken und der Stille von 50 Maennern erkannten wir, dass Frauen normalerweise nicht hier anzutreffen sind. Aber wir liessen uns nicht beirren und tranken trotzdem unser XXL Bier...
1 Kommentar:
Echt abgedrehte Sache mit dem Film!
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