Mittwoch, 21. Januar 2009

Von Schildkroeten und Leopardenhaien





Waehrend der letzten drei Tage in Cairns (oder man kann auch sagen ganz Australien) wollten wir noch einmal ans Great Barrier Reef hinaus. Die Whitsundeas (bei denen wir bereits geschnorchel haben) sind zwar schon der Anfang dessen, aber wir wollten auf jeden Fall mal Tauchen ausprobieren.

Somit gingen wir in zwei Reisebueros und da beide uns das gleiche Angebot empfahlen (und der eine uns noch sagte wir wuerden mit Sicherheit upgegradet werden), hatten wir ueberhaupt keine Probleme mit der Wahl des Bootes.

Unser letzter Ausflug fing um 8 Uhr in der Fruehe an. Der Mann vom Reisebuero behielt Recht und wir bekamen fuer unsere 115$ einen 199$ Ausflug geboten. Die Crew war geschlossen in blau weiss gestreift angetreten wie es das Klischee zu erfuellen hiess.

Nach einem Kaffe fuhren wir mit dem um einiges dickeren Katamarans als wir es von den Whitsundeas gewoehnt waren in Richtung Michelmas Cay, unserer Schnorchellocation.

Wir kamen nach einigen Stunden an und beschlossen gleich ins ziemlich warme Wasser zu springen. Das Riff an welchem wir tauchten war wirklich wunderschoen farbig. Die Fische schillerten in lila, blau, gruen, gelb, rot,... die riesigen Muscheln waren total faszinierend und die Korallen sind echt toll.

Nach einer Stunde Schnorcheln sind wir dann zum leckeren Mittagessen wieder an Bord gegangen (es gab kaltes und warmes Bueffet). Anschliessend gings fuer uns beide (mit ziemlich vollem Magen) in die Tiefe.

Die halbe Stunde Tauchen war klasse. Man hat zwar anfangs das Gefuehl nie genug Luft aus den Flaschen zu bekommen, aber mit der Zeit kriegt man immer mehr Vertrauen in die Sache. Genau unter dem Boot schwammen wir zuerst (mit einem weiteren Anfaenger und unserer Instructorin) durch einen Fischschwarm aus riesig grossen Fischen. Als wir dann unten am Meeresgrund waren trafen wir auch gleich auf einen Leopardenhai und Nemo. Wir verfolgten eine Schildkroete und ehe wir uns versahen war die Zeit auch schon wieder um...

Ein zweiter Tauchgang war uns allerdings zu teuer, auch wenn wir ihn wirklich gerne gemacht haetten... Leider verpassten wir durch das Tauchen eine Fahrt mit dem Glasboot, aber Tauchen war sicherlich besser.

Nachdem wir uns eine weitere Stunde mit Schnorcheln vertrieben hatten war's dann auch schon wieder Zeit die Segel zu hissen und zurueck gen Cairns zu fahren.


Morgen fliegen wir weiter nach Neuseeland... Freuen uns schon drauf!

Im Regenwaldparadis












Gleich nach dem Fallschirmspringen ging's auch schon direkt in den Regenwald. Wir gingen davor noch einmal gross im Woolworth Homebrandartikel einkaufen (die billigsten Nahrungsmittel), da wir damit rechneten oben im Cape Tribulation nur teure Dorflaeden vorzufinden.

Das Cape Tribulation liegt ca. zweieinhalb Stunden mit dem Bus noerdlich von Cairns und wurde von Captain Cook so benannt, nachdem sein Schiff dort auf das Riff gelaufen ist. Der Regenwald, der sich ueber das gesamte Gebiet erstreckt, gehoert zum Weltkulturerbe und man findet (wie wir richtig vermutet haben) nur kleine Laedelchen und diverse Unterkuenfte. Es fuehrt nur eine kleine gewundene Strasse zum Cape Tribulation und wir konnten uns gluecklich schaetzen, es nach den letzten heftigen Regenfaellen (die Schlimmsten seid 20 Jahren wie ein Einheimischer behauptete) ueberhaupt zu erreichen.

Wir wurden von einem kleinen Tourbus, um halb Acht Uhr morgens abgeholt. Unsere Gruppenleiterin erzaehlte uns die gesamte Strecke bis oben Geschichten ueber die Gegend. Wir kamen allerdings erst am spaeten Nachmittag an, denn zwischendurch wurden etliche Stopps eingelegt.

Das erste Mal wurde gehalten um eine gefuehrte Regenwaldwanderung zu unternehmen und anschliessend (es ist echt tropisch heiß gewesen) in einem kleinen Fluss etwas zu baden. Dort bekamen wir auch gleich vor Augen gefuehrt, wie gross die Spinnen hier werden koennen – riesig (mind. handgross) und wiederlich!

Wenig spaeter hielten wir bei einem einheimischen Obstverkaeufer. Die alte Lady, welche den Laden fuehrte, gab uns ihr kleines Wallabybaby, das sie gerade aufzog. Fotos durften leider nicht gemacht werden, da sie Angst hatte der Blitz koennte den Kaengiaugen schaden. Wir durften den Kleinen aber alle auf den Arm nehmen und streicheln.

Als naechstes gings mit einem Boot auf Krokodilsuche.Wir fanden sogar ein, wenn auch nicht allzugrosses Kroko.

Die naechste Station war eine wunderschoen gelegene Eisdiele im Regenwald, welche Eis aus exotischen Fruechten selbstherstellte und verkaufte (schmeckte echt lecker!).

Unser Hostel sah auch ganz huebsch aus. Nettes Pool, kurze Strecke zum Strand, kleine Bar und mitten im Gruenen.

Den naechsten Morgen verbrachten wir direkt am Cape Tribulation (sprich dem aeussersten Punkt). Die Bilder sollten euch wohl genug zeigen, wie schoen es dort ist. Das einzig Beunruhigende sind wohl die Spinnen, welche es in jeglicher Groesse, Farbe und Form gibt. Auch ein wenig Bammel bekam ich als wir Krokodilsspuren am Strand fanden...

Nach den Strandwanderungen war es uns (obwohl wir schon einiges gewoehnt sind) eindeutig zu heiß geworden. Da man auf Grund von etlichen Krokodilen und gefaehrlichen Quallen nicht ins Meer gehen sollte beschlossen wir in unserem Pool eine Runde Wasserball zu spielen. Im Anschluss gingen wir auf eine exotische Fruechtefarm und bekamen viele Geschichten zu den leckeren und seltsamen Fruechtchen, durch welche wir uns durchfutterten. Am besten ist eindeutig die Soursup!

Der darauffolgende Tag war auch schon der letzte im Cape Tribulation fuer uns. Wir nutzten ihn um abermals einen (anderen) Strand aufzusuchen und anschliessen zu einem der seltenen Wasserloecher zu wanderen, in welchem man schwimmen kann ohne Angst vor Krokodilen haben zu muessen. Der Pool ist uns an diesem Tag auch leicht suspekt geworden, da wir gleich drei Schlangen drumherum schlaengeln gesehen haben und die eine uns den LSD Frosch noch bis ins Wasser gejagt hat (die meisten Froesche hier haben einen Schleim an sich, der bei Menschen dieselben Symptome ausloest wie LSD, wenn man ihn anschliessend in den Mund bekommt). Und um vier ging's dann auch schon wieder fuer uns zurueck nach Cairns.


Ps: Danke liebe Jess fuer den Adapter! Neuseeland soll die gleichen Steckdosen haben hat uns ein waschechter Kiwi erzaehlt und unsere ganzen elektronischen Geraetschaften sind endlich wieder benutzbar.


Fluten und Skydiving





Fluten und Skydiving


Da wir Dank Wicked Travel (die chaotische Organisation mit der wir unsere saemtlichen Touren gebucht hatten) einig billige Uebernachtungsvouchers bekommen haben, beschlossen wir die fuer Mission Beach einzuloesen um ein wenig Geld auf der Strecke hoch zu Cairns zu sparen. Wir bekamen auch unsere erste Nacht in einem zur Abwechslung richtig schoenen Hostel fuer umgerechnet 8 Euro. Allerdings begann es in der Nacht zu regnen. So heftig, dass am naechsten Morgen auf Grund von Ueberflutungen kein Bus mehr fuhr und es goss den ganzen verflixten Tag in Stroemen.

Da wir unseren Anschlussbus nach Cairns daher vergessen konnten mussten wir gezwungenermasen in die Jugendherberge zurueck in der man uns nun allerdings nur noch ein ziemlich teures Doppelzimmer anbieten konnte (weiss der Teufel wie neue Leute in das Kaff kommen konnten wo doch alle Strassen ueberflutet waren).

Als uns (trotz wunderschoenen Sonnenschein) am folgenden Tag mitgeteilt wurde, dass immer noch kein Bus fahren wuerde, sassen wir ziemlich in der Patsche, denn wir wollten am naechsten Morgen in Cairns Skydiven (war auch schon vorgebucht). Also beschlossen wir einen privaten Bus zu nehmen, welcher leider arschteuer war, aber (welch Wunder) ohne Probleme (und nicht ein einziges mal durch Fluten) nach oben fahren konnte. In der Regenzeit sollte man wohl daher niemals in Queensland einen straffen Zeitplan haben – saemtliche Busse (sprich Greyhound & Premier) fahren naemlich nur, wenn die gesamte Strecke von Cairns nach Brisbane frei ist und nehmen keine Umwege in Kauf. Ganz nach dem Australischen Motto „No worries – wenn es heute nicht klappt vielleicht morgen!“.


Am naechsten Morgen holte uns der Shuttle vom Skydiveteam recht frueh ab und fuhr mit uns eineinhalb Stunden in die etwas laendlichere Gegend suedlich von Cairns. Die Einweisung hielt sich recht kurz. Wir bekamen einen kurzen Film gezeigt und uns wurde angeboten extra Hosen ueberzuziehen, falls wir Angst vor Grasflecken haetten (also nur eine Frage der Eitelkeit). Innerhalb von einer Minute erklaerte der Instructor, wie wir uns in der Luft zu verhalten haben und dann gings schon aufs Feld.

Mit einer kleinen Maschiene hoben wir mit unseren jeweiligen Tandemspringern ab und auf der Hoehe von 4000 Fuss kam bei uns das erste Mal die Frage auf, ob es noch ein Zurueck geben koennte. Trotz Bauchkribbelns konnten wir die Aussicht auf das Great Barrier Reef geniesen bis bei 14 Tausend Fuss die Tuer aufgeschoben wurde und wir (wohl eher rausgesogen wurden als) sprangen.

Wie sich das Fallen anfuehlt, laesst sich schwer beschreiben. Muss jeder selber ausprobieren. Das einzige, was wir euch sagen koennen ist, dass es im Endeffekt weniger schlimm ist als erwartet und ueberhaupt nicht in den Bauch geht, wie man das von einem freien Fall erwartet. Aber ihr solltet es unbedingt machen, wenn ihr die Gelegenheit bekommt!!!

Sonntag, 11. Januar 2009

Koalas und Wallabies auf Magnetic Island





Nach einer Nacht in Townsville begaben wir uns auf die Faehre nach Magnetic Island. Magnetic Island war im zweiten Weltkrieg ein Verteidigungsstuetzpunkt gegen die Japaner und ist heute das groesste natuerliche Koalaschutzgebiet in Queensland. Man kann dort ganz einfach per Bus von einem Miniort zum naechsten pendeln oder laufen (die Insel ist recht klein), sollte aber davor einkaufen, denn die Laeden sind wiedermal ziemlich gesponnen teuer.

Bei unserer Jugendherberge, welche zum einzigen Hotelkomplex von Arcadia (einer der Miniorte auf Maggie) gehoerte, war gluecklicherweise wieder ein huebsches Pool dabei. Die Sonne strahlte wieder vom Himmel und so gammelten wir ein wenig im Wasser und huepften ueber das Huepfkissen (ihr seht auf den Bildern was ich meine). Nachmittags machten wir einen Spaziergang an der felsigen Kueste entlang zu den Wallabies (ca 40 Zentimeter kleine Felskaengurus), welche man mit Karotten fuettern kann. Super suess! Und total viele mit kleinen Babys im Beutel...

Am zweiten Tag sind wir ca. 3 Stunden ueber die Insel gelaufen zu einem verlassenen Bunker von dem aus man einen 360 Grad Rundumblick ueber die Insel hat. Auf dem Weg haben wir dann auch Koalas gesehen (Weibchen mit Kind oder auch Mama mit Baby genannt). Viel mehr gab's dann auf der Insel auch nicht mehr (ist ja schliesslich auch nich so gross) also sind wir heute weiter Richtung Cairns.

Whitsundeas ~ Segelturn









Wir verbrachten den Tag bevor wir zu unserem Segelturn aufbrechen wollten in Airlie Beach an der Lagune (da man auf Grund von toedlichen Quallen nicht ohne Stingersuit im Meer schwimmen darf gibt es hier direkt am Strand soetwas wie ein kostenloses Freibad, welches zur Abkuehlung verhilft) Airlie Beach ist ansonsten nicht sehr gross und es gibt auch nichts besonderes (ausser Hafen, Strand etc wie ueberall) zu sehen.

Am naechsten Tag brachen wir dann um 1 Uhr mittags mit dem Katamaran Kora und 20 anderen jungen Reisenden auf Richtung South Molle Island (eine der Whitsundeasinseln).

Das Wetter war zwar katastrophal angekuendigt (heftige Regenfaelle und Stuerme), allerdings weiss man, dass die Wettervorraussagenn hier nicht sonderlich genau sind und so strahlte die Sonne vom Himmel als wir aufbrachen. Diese blieb auch den ganzen ersten Tag ueber und wir legten uns zum Braeunen aufs Deck.

Als wir am spaeten Nachmittag unser Resort auf der Insel erreichten, sprangen wir sofort wieder in den dortigen Pool, da es trotz Bewoelkung extrem schwuel und heiss war. Wir durften das erste Mal auch wieder fast wie in einem richtigen Hotel leben. Zwar befanden sich unsere schoen sauberen Mehrbettzimmer etwas abseits vom Resort (wo sich auch eine Bar befand & der Laermpegel steigen durfte), aber wir durften den schoenen Pool, die Spa, die Tennismoeglichkeiten und den Golfplatz mitbenutzen. Das Restaurant und das Cafe waeren uns auch zur Verfuegung gestanden, aber diese entsprachen weniger unserem Geldbeutel.

Abends gab es dann Bueffet: Salate, Fleisch, Brote & Gemuese. Trotz einem sehr entspannten Tag waren wir (und auch die beiden anderen deutschen Paerchen in unserem Zimmer) ziemlich muede und gingen daher frueh schlafen.

Der naechste Morgen begann fuer uns schon um Sieben in der Frueh. Nach einem netten Fruehstuecksbueffet mit leckerem Ei und Speck begaben wir uns wieder an Deck unseres Katamarans und machten uns auf den Weg zum Whitheaven Beach. Leider war es heute ein wenig bewoelkt und so segelten wir zuerstmal gleich direkt in einen Regenguss rein. Wenigstens kamen ein paar groessere Wellen auf und wenn man sich ganz vorne in die beiden Ausbuchtungen des Gelaenders lehnte hatte man das Gefuehl auf einer Schiffschaukel zu sein. Der heftige Regen von oben und das warme Meerwasser von unten, welchhes uns oft bis ins Gesicht spritzte und uns total durchnaesste, liessen uns ein wenig erahnen wie es wohl wirklich auf hoher See normalerweise zugeht.

Der Regen hielt allerdings nicht allzulange an und so kamen wir wieder getrocknet und sicher an dem Whiteheaven Beach an. Der Whiteheaven Beach soll der schoenste Strand in Australien sein und einer der 10 schoensten Straende der Welt. Er besteht aus 90 Prozent Silicia Sand und ist somit wirklich weiss, reflektiert die Sonne und das Wasser ist tuerkisblau. Leider (wie man auch auf den Fotos sieht) blieb es etwas bewoelkt, und man konnte sich nur vorstellen wie der Strand trocken und bei Sonnenschein aussehen musste. Warm war es trotzdem (oben auf der Aussichtsplattform konnte man beispielsweise barfuessig gar nicht laufen, da der Boden so aufgeheizt war und man sich die Fuesse verbrannte). Von der Aussichtsplattform sieht man uebrigens, warum der Strand so beruehmt ist, denn von oben sieht er wirklich fantastisch aus.

Zurueck auf der Kora konnte man neben dem Boot im Wasser einige riesige Schildkroeten beobachten. Als naechstes segelten wir zu einem Schnorchelspot weiter. Da hier Stingersaison ist (eine Quallenart auch Seewespen genannt, die bei Kontakt mit dem Brustkorb zum Tod fuehren kann) mussten wir alle schicke Stingersuits tragen. Der Schnorchelausflug erwies sich aber leider als nicht sonderlich interessant.

Zurueck beim Resort gingen wir nach einem Sprung in dem Pool eine Runde golfen. Markus ist darin wohl um einiges begabter – Spass hat's trotzdem gemacht.

Abends begannen dann die Trinkspiele auf unserem Zimmer mit jeder Menge wiederlichem Goon (Billigwein in 4 liter Plastikbeuteln der Teile von Fisch (!) und Ei (!) enthalten kann). Wir merkten recht schnell, dass unsere Grenze um einiges gesunken ist, seid wir Deutschland verlassen haben und taumelten alle irgendwannn ins Bett.

Am naechsten Morgen war packen angesagt und nachdem wir nochmal in dem schon morgens warmen Pool geschwommen sind, fuhren wir mit der Kora zu einem Tauchspot mit schoen bunten Korallen, riesige nicht endendwollenden Fischschwaermen und Wasserschildkroeten. Auf der Rueckfahrt nach Airlie Beach trafen wir auf eine zwei Meter grosse gelbe Wasserschlange, die neben unserem Boot auf der Wasseroberflaeche sich schlaengelte. Mittags erreichten wir (nach dem Mittagessen) dann leider schon wieder Airlie Beach.


Im Anschluss an die drei Tage auf See wurde natuerlich erstmals Waesche gewaschen. Wir haben naemlich endlich einen Trick gesagt bekommen, wie man dafuer nicht jedes Mal 5-10 $ zahlen muss... Also wer als naechstes von euch auf Reisen geht sollte sich nochmal davor an uns wenden ^^

Sonntag, 4. Januar 2009

NYE on Fraser Island










Fraser Island ist die groesste Sandinsel der Welt und liegt genau vor der Kueste Australiens. Wir sind nach einer Nacht in Harvey Bay (froh wieder ein Bett zu haben) und nach einer 2 stuendigen Einweisung, bei der uns gesagt wurde, was wir zu beachten haben (wir haben wirklich schlecht zugehoert und dementsprechend auch alles Erdenkliche falsch gemach, aber dazu spaeter mehr) gestartet. Zusammen mit 7 anderen Reisenden, unueblicherwiese keine Deutschen, und einem ziemlich grossen Jeep fuhren wir um neun Uhr morgens richtung Hafen. Nachdem Uebersetzen mit der Faehre fingen dann die Probleme an (wir durften leider nicht fahren, da wir keine 21 sind). Nach ungefaehr 20 Minuten Fahrt ueber die engen Sandpisten durch den Jungel (Strassen existieren nicht deswegen auch der Jeep mit 4 wheel drive) blieben wir das erste Mal stecken. Leider waren wir gerade dabei einen anderen, ziemlich neuen und teuren Firmenwagen (hat uns der 9 jaehrige Sohn des Besitzers erklaert) zu passieren. Da die Pfade beidseitig befahrbar sind, aber nur ein Auto durchpasst muss man leider halb am Abhang fahren. Dies fuehrte dazu, dass wir beide sehr langsam aber unaufhaltsam gegeneinander rutschten und nach 2 Minuten genau Daumenbreit neben dem neuen Holden Pick-up standen, beide manovrierunfaehig, da jede Bewegung unweigerlich zum Lackschaden oder Schlimmeren fuehren wuerde (fuer uns waere das pro Person min. 250 Dollar fuer die Versicherung).

Also begann das Graben. Nach einer halben Stunde Sandabtragens und Fahrrillengrabens schafften wir es den Jeep ein bisschen zur Seite zu ruecken und hinterliessen nur geringe Lackschaeden am anderen Fahrzeug. Aber wir waren wieder frei und unsere Tour konnte weitergehen. Nachdem wir an 2 wunderschoenen Suesswasserseen Rast gemacht hatten gelangten wir an den Strand auf der anderen Seite der Insel.(Die Insel beinhaltet so ziemlich alles was man sich unter Seen vorstellen kann, von tiefblauen und kristallklaren von Sandstrand umgebene, ueber teefarbene Seen bis hin zu erfrischend kalten Quellen und badewannenwarmen tiefgruenen Tuempeln umgeben von imensen Sandduenen.)

Am Abend bauten wir dann unser Lager am menschenleeren Strand auf und feierten mit 5 anderen, voll besetzten Jeeps im Scheinwerferlicht und unter Sternenhimmel das wohl entspannteste Sylvester, das man sich vorstellen kann. Einfach klasse!


Am naechsten Morgen (wir mussten wieder um halb Sechs aufstehen) entdekten wir dann die naechste Katastrophe. Da wir alle unsere Fleischvorraete (immerhin die Haelfte unseres Essens) in der Kuehltruhe neben den Zelten stehen gelassen haben, um darin unter anderem auch unser Bier zu kuehlen, und keiner sie zureuck ins Auto gebracht hatte waren am naechsten Tag rund 6 Kilo Fleisch verschwunden. (Ja man hatte uns vor den Dingos gewarnt.) Wie die bescheuerten Dingos es geschafft haben innerhalb von 2 Stunden unbemerkt all unser Fleisch zu klauen wissen wir immernoch nicht, da manche ja auch ziemlich lange wach waren. Also standen wir nur noch mit der Haelfte der Essensvorraete da. Das groessere Problem war allerdings, dass einer der beiden Kanadier in unserer Gruppe am Abend davor unsere restlichen 10 Liter Trinkwasser, naja sagen wir mal unnoetigerweise verschwendet hatte (Alkohol und Maedels - toetliche Mischung). Der bereute es zwar am Morgen leider gabs aber nicht allzuviele Trinkwasserstellen auf der Insel und wir hatten echt besch****ne Karten. Also fuhren wir erstmal nach Plan den gesamten Strand hoch zum Indien Head (einem ziemlich grossen Felsen von dem man Haie sehen kann (wir haben jedoch nur riessige Schildkroeten und Stachelrochen sowie Tunfischschwaerme gesehen). Leider konnten wir nicht allzulange verweilen, da man bei schweistreibender Hitze irgendwann doch den Drang zur Fluessigkeitsaufnahme verspuert, und um nich vollkommen zu dehydrieren begannen wir die Weiterreise. Leider merkten wir erst am Auto, dass die naechste Trinkwasserstelle rund 20km strandabwaerts liegt und wir mit der ankommenden Flut schlechte Karten hatten nicht mit Salzwasser in Beruehrung zu kommen, was nach Mietwagenfirma zum unweigerlichen Verlust von ner Menge Geld fuehrt. Zudem war der Strand auch nicht mehr besonderst breit. Also sassen wir vorerst fuer die naechsten 6 Stunden ohne Wasser am Strand fest. In unserer Lebensnot beschlossen wir, nachdem auch die 3 Liter Milch (zu neunt) dahin waren einfach mal loszufahren. Nach der dreifachen Zeit ( wir mussten durch den trockenen feinen Sand ohne Fahrrillen fahren) kamen wir dann doch Dank des fahrerischen Koennens der Kanadier an eine Trinkwasserstelle. Die Tatsache dass auch unsere 36 Fruehstueckseier nicht ueberlebt haben (Ok, off-road mit Eiern war echt ne verdammt dumme Idee), hatten wir nur noch ne Menge Reis, Toast mit Ketchup und Kornflakes ohne Milch (2 der 3 Kuehltruhen waren ja hinueber, ausgeraumt oder mit Ei kontaminiert). Trotzdem fuhren wir weiter, vorbei am Schiffswrack was mitten auf dem Strand verostet und halb im Wasser liegt, zu einer wunderschoenen Quelle die bis zum Strand fliest und an Neujahr bevoelkert von Australiern mit zu grossen Autos war. Die Einladung auf Bier und Poker mussten wir leider ausschlagen und fuhren zurueck zum Camp um unser wunderbares Abendessen zu geniesse (Reis und Sojasosse). Davor besuchten wir noch zu Fuss den tiefgruenen, lauwarmen See der zwischen Wald und einer riessigen Sandduene liegt. Einziger Wehrmutstropfen war das es am naechsten Tag regnete und wir gerade dann am Lake McKansy waren, der schoenste See mit weissem Sand und tuerkisblauem Wasser, der dann leider nicht so gut als Postkartenfotomotiv herhalten konnte als gedacht. Trotzdem verbrachten wir eine Stunde darin und fuhren wieder zur Faehre. Alles in allem war es trotzdem ein super Trip. Die Insel ist wirklich wie das Pardies und man kommt sich vor wie im Jungel, die Seen sind atemberaubend und die Gruppe war Klasse. Wir haben in 3 Tagen wirklich viel erlebt, nette Leute kennengelernt und ne Menge Spass gehabt, auch wenn wir Neun uns einig waren, dass wir wirklich die beschissensten Camper der Welt sind.

Uebrigens haben bei unsrer Fahrt zur Faehre gesehen, dass unser Camp nur 5 Kilometer ueber dem einzigen Touristenresort der Insel liegt, mit Duschen, Toiletten, kaltem Bier, Supermarkt und sogar einer “take away” Pizzaria liegt. All das was wir nicht hatten, dafuer aber mit der Illusion 3 Tage in der wirklichen, harten Wildniss ueberlebt zu haben.



Natuelich noch ein frohes Neues Jahr an euch alle, Bilder zu den beiden Posts kommen bald
LG Markus und Julia

Kanu Trip



Nachdem wir Weihnachten noch in Sufers Paradise verbracht haben fuhren wir 2 Tag spaeter nach Noosa. Dort wollten wir auf unsere erste gebuchte Tour gehen. Ein Bushcamp mit Kanutrip in den Noosa Everglades Nationalpark. Das Camp erwies sich jedoch als Flop. Komische Besitzer, komischer versiffter Campingplatz und nicht gerade einladende Schlafbarracken. Zu allem Ueberfluss mussten wir noch “Nationalparkgebuehr” bezahlen, obwohl wir die Tour eigentlich als “Free Tour on top” auf unsere anderen Touren bekommen haben. (Bei unserer Reiseagentur haben wir uns schon beschwert – mehrmals, also an alle: nie bei wicket travel buchen!)

Das einzige was die Tour gerettet hat waren die netten Leute, die den selben Fehler wie wir begangen hatten (und wir trafen bis heute immer wieder andere, die noch hingehen wollen). Unsere 3 Tage im Camp bestanden dann auch nur aus Paddeln. Insgesamt rund 30 km an allen Tagen zusammen. Am ersten Tag ging's vom am Fluss gelegenen Camp zum Strand und zurueck und am naechten Tag paddelten wir 7 Kilometer flussaufwaerts zu einem anderen Campingplatz (sehr nett im Vergleich zu dem komischen Camp). Der Fluss und die Landschaft waren eigentlich schoen - leider hatten wir aber schon nach 10 Minuten kein Auge mehr fuer Mangrovelwaelder und spiegelndes Wasser, da Paddeln in der bruetenden Hitze nicht gerade eine Nebenbeschaeftigung ist, sondern saemtliche Kraefte fordert. Trotzdem nahmen wir auch die zusaetzlichen 5 km Seeweg auf uns um zum Blackwater Creek zu gelangen, dort ist das Wasser so dunkel, dass es auf Fotos wie ein Spiegel wirkt. (Leider riecht es auch dementsprechend komisch, weswegen ich darauf verzichtete von einer der Lianen ins Wasser zu springen, die an den Baeumen aussenrum angebracht sind)

Das absolute Highlight der Tour fand daher nicht im Wasser statt, sonder im der nahegelegenen Dorftaverne. Dort gibt's naemlich sonntags Spanferkel vom Grill und freies Salatbuffet vom Feinsten fuer Backpackerfreundliche 6 Euro (das Beste was wir seit Langem gegessen haben).

Nach 3 Tagen waren wir dann auch froh uns nicht mehr im Kanu fortbewegen zu muessen und weden das definitiv auch fuer eine lange Zeit nicht mehr tun. Da wir aber nette Leute kennengelernt haben war alles halb so schlimm.