Sonntag, 4. Januar 2009

NYE on Fraser Island










Fraser Island ist die groesste Sandinsel der Welt und liegt genau vor der Kueste Australiens. Wir sind nach einer Nacht in Harvey Bay (froh wieder ein Bett zu haben) und nach einer 2 stuendigen Einweisung, bei der uns gesagt wurde, was wir zu beachten haben (wir haben wirklich schlecht zugehoert und dementsprechend auch alles Erdenkliche falsch gemach, aber dazu spaeter mehr) gestartet. Zusammen mit 7 anderen Reisenden, unueblicherwiese keine Deutschen, und einem ziemlich grossen Jeep fuhren wir um neun Uhr morgens richtung Hafen. Nachdem Uebersetzen mit der Faehre fingen dann die Probleme an (wir durften leider nicht fahren, da wir keine 21 sind). Nach ungefaehr 20 Minuten Fahrt ueber die engen Sandpisten durch den Jungel (Strassen existieren nicht deswegen auch der Jeep mit 4 wheel drive) blieben wir das erste Mal stecken. Leider waren wir gerade dabei einen anderen, ziemlich neuen und teuren Firmenwagen (hat uns der 9 jaehrige Sohn des Besitzers erklaert) zu passieren. Da die Pfade beidseitig befahrbar sind, aber nur ein Auto durchpasst muss man leider halb am Abhang fahren. Dies fuehrte dazu, dass wir beide sehr langsam aber unaufhaltsam gegeneinander rutschten und nach 2 Minuten genau Daumenbreit neben dem neuen Holden Pick-up standen, beide manovrierunfaehig, da jede Bewegung unweigerlich zum Lackschaden oder Schlimmeren fuehren wuerde (fuer uns waere das pro Person min. 250 Dollar fuer die Versicherung).

Also begann das Graben. Nach einer halben Stunde Sandabtragens und Fahrrillengrabens schafften wir es den Jeep ein bisschen zur Seite zu ruecken und hinterliessen nur geringe Lackschaeden am anderen Fahrzeug. Aber wir waren wieder frei und unsere Tour konnte weitergehen. Nachdem wir an 2 wunderschoenen Suesswasserseen Rast gemacht hatten gelangten wir an den Strand auf der anderen Seite der Insel.(Die Insel beinhaltet so ziemlich alles was man sich unter Seen vorstellen kann, von tiefblauen und kristallklaren von Sandstrand umgebene, ueber teefarbene Seen bis hin zu erfrischend kalten Quellen und badewannenwarmen tiefgruenen Tuempeln umgeben von imensen Sandduenen.)

Am Abend bauten wir dann unser Lager am menschenleeren Strand auf und feierten mit 5 anderen, voll besetzten Jeeps im Scheinwerferlicht und unter Sternenhimmel das wohl entspannteste Sylvester, das man sich vorstellen kann. Einfach klasse!


Am naechsten Morgen (wir mussten wieder um halb Sechs aufstehen) entdekten wir dann die naechste Katastrophe. Da wir alle unsere Fleischvorraete (immerhin die Haelfte unseres Essens) in der Kuehltruhe neben den Zelten stehen gelassen haben, um darin unter anderem auch unser Bier zu kuehlen, und keiner sie zureuck ins Auto gebracht hatte waren am naechsten Tag rund 6 Kilo Fleisch verschwunden. (Ja man hatte uns vor den Dingos gewarnt.) Wie die bescheuerten Dingos es geschafft haben innerhalb von 2 Stunden unbemerkt all unser Fleisch zu klauen wissen wir immernoch nicht, da manche ja auch ziemlich lange wach waren. Also standen wir nur noch mit der Haelfte der Essensvorraete da. Das groessere Problem war allerdings, dass einer der beiden Kanadier in unserer Gruppe am Abend davor unsere restlichen 10 Liter Trinkwasser, naja sagen wir mal unnoetigerweise verschwendet hatte (Alkohol und Maedels - toetliche Mischung). Der bereute es zwar am Morgen leider gabs aber nicht allzuviele Trinkwasserstellen auf der Insel und wir hatten echt besch****ne Karten. Also fuhren wir erstmal nach Plan den gesamten Strand hoch zum Indien Head (einem ziemlich grossen Felsen von dem man Haie sehen kann (wir haben jedoch nur riessige Schildkroeten und Stachelrochen sowie Tunfischschwaerme gesehen). Leider konnten wir nicht allzulange verweilen, da man bei schweistreibender Hitze irgendwann doch den Drang zur Fluessigkeitsaufnahme verspuert, und um nich vollkommen zu dehydrieren begannen wir die Weiterreise. Leider merkten wir erst am Auto, dass die naechste Trinkwasserstelle rund 20km strandabwaerts liegt und wir mit der ankommenden Flut schlechte Karten hatten nicht mit Salzwasser in Beruehrung zu kommen, was nach Mietwagenfirma zum unweigerlichen Verlust von ner Menge Geld fuehrt. Zudem war der Strand auch nicht mehr besonderst breit. Also sassen wir vorerst fuer die naechsten 6 Stunden ohne Wasser am Strand fest. In unserer Lebensnot beschlossen wir, nachdem auch die 3 Liter Milch (zu neunt) dahin waren einfach mal loszufahren. Nach der dreifachen Zeit ( wir mussten durch den trockenen feinen Sand ohne Fahrrillen fahren) kamen wir dann doch Dank des fahrerischen Koennens der Kanadier an eine Trinkwasserstelle. Die Tatsache dass auch unsere 36 Fruehstueckseier nicht ueberlebt haben (Ok, off-road mit Eiern war echt ne verdammt dumme Idee), hatten wir nur noch ne Menge Reis, Toast mit Ketchup und Kornflakes ohne Milch (2 der 3 Kuehltruhen waren ja hinueber, ausgeraumt oder mit Ei kontaminiert). Trotzdem fuhren wir weiter, vorbei am Schiffswrack was mitten auf dem Strand verostet und halb im Wasser liegt, zu einer wunderschoenen Quelle die bis zum Strand fliest und an Neujahr bevoelkert von Australiern mit zu grossen Autos war. Die Einladung auf Bier und Poker mussten wir leider ausschlagen und fuhren zurueck zum Camp um unser wunderbares Abendessen zu geniesse (Reis und Sojasosse). Davor besuchten wir noch zu Fuss den tiefgruenen, lauwarmen See der zwischen Wald und einer riessigen Sandduene liegt. Einziger Wehrmutstropfen war das es am naechsten Tag regnete und wir gerade dann am Lake McKansy waren, der schoenste See mit weissem Sand und tuerkisblauem Wasser, der dann leider nicht so gut als Postkartenfotomotiv herhalten konnte als gedacht. Trotzdem verbrachten wir eine Stunde darin und fuhren wieder zur Faehre. Alles in allem war es trotzdem ein super Trip. Die Insel ist wirklich wie das Pardies und man kommt sich vor wie im Jungel, die Seen sind atemberaubend und die Gruppe war Klasse. Wir haben in 3 Tagen wirklich viel erlebt, nette Leute kennengelernt und ne Menge Spass gehabt, auch wenn wir Neun uns einig waren, dass wir wirklich die beschissensten Camper der Welt sind.

Uebrigens haben bei unsrer Fahrt zur Faehre gesehen, dass unser Camp nur 5 Kilometer ueber dem einzigen Touristenresort der Insel liegt, mit Duschen, Toiletten, kaltem Bier, Supermarkt und sogar einer “take away” Pizzaria liegt. All das was wir nicht hatten, dafuer aber mit der Illusion 3 Tage in der wirklichen, harten Wildniss ueberlebt zu haben.



Natuelich noch ein frohes Neues Jahr an euch alle, Bilder zu den beiden Posts kommen bald
LG Markus und Julia

3 Kommentare:

Anonym hat gesagt…

hey ihr beiden,
hoffe es geht euch gut;-)
hab es leider noch nich geschafft dir ein gutes neues jahr zu wünschen (mein handy funzt nicht):(...sorry jule...
also nachträglich:
EIN SUUUUPER TOLLES UND ERFOLGREICHES NEUES JAHR EUCH BEIDEN!!!!!!
liebe grüße aus heidelberg von oma, mario und deinem kleinen cousinchen:)

Anonym hat gesagt…

Es ist immer wieder schön nette kleine Abenteuerromane zu lesen. Danke für die liebevoll ausgewählten Formulierungen.
Wir waren noch ein bischen im Schnee und Sanna ist geboardet und Motorschlitten gefahren, bei Sonne pur.
Nun hat uns der Hochnebel und ( ab Montag)die Schule/Arbeit wieder =(
Lasst es euch weiterhin gut gehen und viel Spass bei weiteren kleineren und größeren Katastrophen = )

Anonym hat gesagt…

Weiterhin schöne Reise....Viele grüsse aus Davos von Andre