Nach unserem kurzen aber ereignissreichen Aufenthalt in Queenstown stand unsere letzte groessere Etappe in Neuseeland bevor. Der von allen Reisefuehrern bis ins unendliche gelobte Milford Sound. Tatsache war, dass wir leider Regen und mieses Wetter hatten und zwar volle 3 Tage. Nichts desto trotz hat sich die 3 stuendige An- und Abfahrt gelohnt, da allein die Strasse zum Milford Sound von der landschaftlichen Seite einiges zu bieten hatte, nicht zuletzt wegen dem starken Regen, der an einigen Haengen dazu fuehrte, dass gut 10 Wasserfaelle nebeneinander zu sehen waren, was die schlechte Sicht wenigstens zum Teil wett machte. Der Milford Sound an sich dagegen war eine kleine Enttaeuschung, da man ausser auf ueberteuerten Touribooten zu schippern nichts machen kann und um auch jeden auf ein Boot zu locken, hat man darauf verzichtet wenigstens ein paar kurze Wanderwege an den Seiten einzurichten.
Nach dem kleinen Ausflug ins Fjordland fuhren wir daher auf direktem Weg nach Dunedin, wo wir uns in stroemendem Regen die steilst Strasse der Welt anschauten (bzw. versuchten irgendwie hochzufahren), doch unser treues Gefaehrt enttaeuschte uns leider und blieb kurz vor dem Ziel stehen (was wahrscheinlich eher an der nassen Fahrbahn lag). Daher traf es sich gut , dass wir unser Gefaehrt nach dieser "herben Enttauschung" in Christchurch verkaufen wollten (lag auch ein bisschen daran das es billiger ist hochzufliegen als zu fahren und nicht nur an der schwachen Leistung am Steilhang) Gluecklicherweise fanden wir nach nur einem Tag auch einen Kaeufer, was uns den Stress, den wir in Australien mit dem Verkauf hatten, ersparte.
Nach 2 weiteren Naechten in Christchurch sind wir dann auch heute wieder in Auckland angekommen.
Mittwoch, 25. Februar 2009
Christchurch
Freitag, 20. Februar 2009
Bungee!!!



Nachdem unsere letzten Wochen eher, naja, ruhig waren wollten wir mal wieder etwas mehr Abenteuer. Gluecklicherweise befinden wir uns seit gestern in Queenstown - die "Adventure Capital" von Neuseeland (auch genannt Adrenallin Central). Das kleine, ruhige und sehr nette Stadtchen mit vielen Kaffes und Restaurants liegt direkt am See und ist umgeben von gruenen Bergen doch die Idylle interessiert hier keinen. Das Stadchen dient nur dazu den Besuchern die bestmoeglichen Nahtoterfahrungen zu liefern. Da wir schon aus dem Flugzeug geworfen wurden und 7 Meter Wasserfaelle geraftet haben, gab's fuer uns nur noch Plaz 1 und 2 auf der Must Do Liste von Queestown . Den Shotover Canyon Swing und den (Zitat): "most awsome, most highest and truly teriffing Nevis Highwire Act". Durch fehlendes Timemanagement unsererseits mussten wir leider beide direkt hintereiander machen. Der Canyon Swing ueber dem Shotover River sollte als erstes dran sein. Also frueh raus und wir ueblich mit dem Bus ueber Schotterstrassen Richtung Fluss. Von dort aus dann schnell in die Ganzkoerperklettergurte und raus auf die Plattform. Der Canyon Swing besteht im Grossen und Ganzen aus einer Seilkonstruktion ueber dem Fluss der in einem riessigen, ca. 150 Meter tiefen Canyon dahinduempelt. Von der Plattform aus springt man an 2 Seilen befestigt in den Canyon, wird nach rund 60 Metern Freifall (was immerhin die uebliche Bungysprunghoehe ist) vom Seil aufgefangen und von dort aus gute 200 Meter mit 150 Sachen in Bodennaehe durch den Canyon gependelt. Das ganze Spektakel dauert rund 20 Sekunden, kostet aber einen haufen Ueberwindung, da man ueblicherweise rueckwaerts springt und macht echt einen Heidenspass.
Nachdem wir uns also beide in den Canyon geworfen haben und immernoch weiche Knie hatten gings auch schon weiter zum Nevis River. Bei dem Nevis Highwire Act, wie man ihn so schoen nennt, handelt es sich mit 134Metern um den hoechsten Bungee Sprung der suedlichen Hemisphaere. Wie ueblich zuvor ging's schon wieder mit dem Bus ueber Privatgelaende und eine abgelegene Schaafsfarm zum Nevis River (aehnliche Location nur ein paar Kilometer in die andere Richtung). Neue Anzuege an und mit der Seilbahn auf die Absprungplattform, die in diesem Fall wie eine Gondel an Stahlseilen ueber dem Canyon haengt. Schon die fahrt mit der 2 Quadratmeter grossen und wackeligen Seilbahn verschafft einem weiche Knie und die Plattform in der Mitte vermittelt einem auch nicht gerade das Gefuehl von Sicherheit da sie staendig im Wind schwankt und zum Ueberfluss noch Glasboden besitzt, sodass man im 3 Minutentakt andere Menschen schreiend Richtung Abgrund fliegen sieht. Nachdem wir also rund 20 Minuten (die einem wie Stunden vorkamen) gewartet haben waren wir dann an der Reihe. Von der freundlichen Crew wird man in ein Zahnartztstuhl aehnliches Gebilde gesetzt und kurz mit Fussfesseln und dem Bungee Seil bestueckt und dann auch schon auf die 40cm x 40cm grosse Absprungsplattform gefuehrt von wo man sofort dringlichst dazu angehalten wird nicht nach unten zu schauen, danach zaehlen sie bis drei und man springt. (Man muss dazu sagen das die Leute hier wirklich wissen, was sie machen und es schaffen einem keine Sekunde Bedenkzeit zu geben, sondern vom dem Moment an als man die Absperrung passiert alles so schnell organisieren, dass man in der Luft ist bevor man ueberhaupt nachdenken kann, was man eigentlich tut, was wiederrum dazu fuehrt, dass sie eine erstaunlich niedrige Nicht-Sprung-Quote haben.)
Dank der 134 Meter fliegt man von der Plattform aus gute 3 1/2 Sekunden ungebremst, bis das Seil gespannt ist und dann weitere 4 Sekunden bis zum Rebound (wenn man wieder nach oben gezogen wird.) Dank der neuen Technik mss man auch nicht wieder hoch laufen sondern wird nach einer halben Minute in aufrechter Position hochgezogen. Der Sprung ist einfach nur Wahnsinn! Zum einem wegen der beachtlichen Hoehe (immerhin mehr als doppelt so hoch wie gewoehnlich & 86 mal so hoch wie Julia), zum anderen wegen dem wirklich atemberaubenden Canyon mit dem Fluss und den Spitzen Felsen auf die man zurasst und den Steilwaenden an beiden Seiten die einem einen Anhaltspunkt geben wie schnell man gen Erde fliegt. Zum Glueck hatten wir noch sonniges, wolkenloses Wetter (die Leute springen hier naemlich auch bei Regen). Alles in allem waren wir mehr als froh hier gewesen zu sein und beide Spruege gemacht zu haben, auch wenn wir uns damit an den Rand eines Nervenzusammenbruchs gefuehrt haben. Besonders der Nevis Bungee Sprung war einfach fantastisch und der ganze Tag mit Sicherheit einer der Besten unserer gesamten Reise.
Montag, 16. Februar 2009
Suedinsel
Nachdem wir die Nordinsel ausreichend erkundet hatten setzten wir von Wellington aus mit der Faehre ueber. In Wellington besuchten wir uebrigens noch das Landesmuseum “Te Papa” (wirklich gut, sehr gross und komischerweise umsonst was hier eher selten ist). Die 3 Stuendige Ueberfahrt mit der Faehr war nicht sehr aufregend kostete uns allerdings 210 Dollar mit dem Fahrzeug worauf wir unsere Plaene einmal um die Suedinsel zu fahren aenderten und in Betracht zogen unser Auto vill. hier unten loszuwerden und wieder zurueck zu fiegen. Nachdem wir angekommen sind fuhren wir auch gleich Richtung Westen weiter. Unser erstes Ziel sollte der Abel Tasman Nationalpark sein. Leider hatten wir in den 3 Tagen dort haeufigen Regen weswegen wir uns nicht aufraffen konnten uns ein Kayak zu mieten um den Park (der nur vom Wasser aus interessant sein soll) zu besuchen. Zudem war uns das Geld zu schade um im Regen rumzupaddeln. Deshalb entschieden wir uns nach 2 Tagen den Park einfach auszulassen und setzten unsere Reise Richtung Sueden fort um nicht noch mehr Zeit zu verlieren. (Auserdem brauchten wir dringend ein Paar Tage zum “durchhaengen”) Auf dem Weg Richtung Sueden fuhren wir an der Kueste Entlang vorbei an den Pancake Rocks. Staedte-technisch gibts hier auch nicht viel zu sehen da man an der Westkuest ziemlich abgelegen von allem ist und es schlicht und ergreifend nur kleine Doerfer auf dem Weg gibt. Die Landschaft aenderte sich beim Fahren stuendlich von den gewoehnten grassbewachsenen Vulkanladschaften ueber Waelder bis Schneebedeckten Bergen bis wir schliesslich zu den Gletschern kamen. (Fox und Franz Joseph) an deren beider Enden jeweis 2 kleine nach den Gletschern benannte Touristendoefchen liegen (die sehr nach Wintersport aussehen) Da wir nicht bereit waren eine ueberteuerte gefuerte Tour ins Eis zu bezahlen mussten wir die 2 Gletscher von min. 50 Metern Sicherheitsabstand aus anschauen. Danach setzten wir unsere Reise Richtung Haast fort, die letzte “Stadt” an der Westkueste (3 verstreute Ansammlungen von Hausern und rund 200 Einwohner die sich laut reisefuehrer “Hasterfariens” nennen (warum auch immer). Weiter Suedlich hoert die Stasse dann auch auf und es Beginnt das Fjordland am Sued-Westlcihen Ende Neuseelands dass man aber nur von Queenstown aus besucht. Also blieb uns nichts anderes uebrig als wieder eine Nacht im unbequemen Auto zu verbringen, auf den naechten Morgen zu warten, vollzutanken und ueber den Haast Pass gen Inland und Richtung Quennstown zurueck in die Zivilisation zu fahren. Unsere letzten Tage waren zwar ziemlich ereignislos was aber nicht verwunderlch ist wenn man sich in Neuseeland von den Staedten entfernt, dafuer haben wir aber viel von Land gesehen und deswegen kommt man ja schliesslich hierher. Heute sind wir in Wanaka angekommen (einem kleinen sehr netten Touristendorf am See was an die Schweiz im Sommer erinnert) Das Wetter hat sic auch schon wieder merklich veraendert von dem was man mit dem Sommer zuhause vergleichen kann zu eher Fruehlingshaften Temperaturen, will heisse es ist saukalt (jedenfalls fuer uns) dafuer scheint aber die Sonne und es ist endlich mal wieder wolkenfrei.
Sonntag, 8. Februar 2009
Lost World und der Tangorian Crossing
Nachdem wir einen Tag in Taupo verbracht haben (dort kann man ausser Angeln auf dem Taupo See nicht viel interessantes tun) fuhren wir nach Waitomo zu den beruehmten Hoehlen wo wir die Lost World Epic Tour gebucht haben (hoert sich zwar komisch an, aber die Hoehle in der das Spektakel stattfindet heisst nunmal Lost World). Los ging's dann am fruehen morgen und wir wurden erst mal wieder neu eingekleidet mit Neoprenanzuegen, Helmleuchten, Gummistiefeln und diesen Dingern, die man beim Klettern um die Hueften traegt und zu deren naeherer Benennung mein Outdoor Sportartikel Wortschatz nicht ausreicht. Danach begann die eigentliche Tour am Hoehleneingang. Der Bestand aus einer 100 Meter tiefen, ca. 5 Meter breiten und 20 Meter langen Felsspalte (dafuer auch der “im unteren Bereich” sehr unangenehm Klettergurt). Nach 2 minuetiger Einweissung durften wir uns dann die 100 Meter in die sehr zugewagsene Hoehle abseilen, was fuer mich sehr witzig war, fuer Jule sehr anstrengend, da sie anscheinend zu leicht fuer's Abseilen ist. Nachdem wir die erste halbe Stunde also an unserem Seil haengend verbracht hatten (definitiv nichts fuer Leute mit Hoehenangst) begann dann die eigentliche Hoehlentour. Nach dem Verlassen der Felsspalte kletterten wir die erste halbe Stunde noch im Trockenen durch die teilweise sehr enge Hoehle, danach begann der “nasse” Teil. Also verbrachten wir die restlichen 3 ½ Stunnden damit den unterirdischen Fluess hochzuwaten/schwimmen, unterirdische Wasserfaelle hochzuklettern, durch Felsspalten zu springen, unter Felsen durchzukriechen und unter riessigen Felsspalten langzuwandern bis zu unserem Ziel der Gluehwuermchenhoehle in der tausend Gluewurmchen die Decke besiedeln, sodass die ganze Hoehle erleuchtet ist und man sich fuehlt, als ob man direkt unter der Milchstasse liegt. Danach ging's dann durch einen anderen Ausgang wieder ans Tageslicht und ueber die Farm der Besitzer zuruck zum BBQ Dinner. Die Tour war zwar fuer unsere Verhaeltnisse viel zu teuer, aber jeden Cent wert, da man sowas wirklich nicht oft machen kann und allein das Abseilen ins nichts echt Spass gemacht hat.
Nach dem “Caving und Abseiling” Trip fuhren wir dann weiter in den Tangorian National Park um am naechsten Tag den Tangorian Crossing, Neuseelands schoensten ein Tages Hike zu laufen. Der Treck fuehrt ueber den Sattel von zwei Vulkanen, dauert ungefaehr 8 Stunden, ist ca. 20 km lang und scheint trotzdem unglaublich beliebt zu sein, sodass bestimmt 300 bis 400 Leute auf dem Weg mit uns rumwanderten. Trotz unserer beidseitiger Abneigung gegenueber dem Wander war der Ausblick und die Landschaft trotzdem die Anstrengung wert und einmal muss man wohl oder uebel wandern gehn wenn man in Neuseeland reist.
Mittwoch, 4. Februar 2009
Heisse Quellen, Rafting, Thermal Wonderlands
Unser erstes Ziel waren die Pinnacles beim Coromandel Forest. Da wir leider spaet aus Auckland aufbrachen wuerden wir nicht vor Dunkelheit zurueck sein meinte die freundliche Frau vom Besucherzentrum. Gluecklicherweisse gab's oben aber eine Huette zum Uebernachten, daher stiegen wir die dreieinhalb Stunden mit ein paar Paeckchen Fertighuenchennudeln den Berg hinauf. Die Landschaft war wirklich wunderschoen, aber der Aufstieg auch sehr anstrengend, da wir praktisch nur Stufen hinauf stiegen (immerhin ca 715 Meter hoch).
Der Abstieg ging um einiges schneller. Daher konnten wir uns gleich nach dem Kauf einer blauen Luftmatratze fuer unser Auto (wir muessen schliesslich die Reperaturkosten wieder einsparen) uns auf den Weg zum Cathedral Coast Walk und an den Hot Water Beach machen. Die Cathedral Cove ist ein ziemliches grosses Loch in einem Felsen der 2 Straende miteinander verbindet und ist ganz nett anzuschauen. Der Hot Water Beach ist ein Strand 5 km weiter und eigentlich nicht gerade spektakulaer, waere da nicht das heisse Wasser, das bei Ebbe mit gut 60 - 70 Grad direkt aus dem Sand ins Meer fliesst und es ermoeglicht sich einfach ein Loch im Sand zu graben und in den selbst gebauten heissen Pool zu steigen. Leider steht der Strand mittlerweile in jedem Reisefuehrer sodass bei unserer Ankunft ungefaehr 60 Leute mit Spaten und Eimern in ihren selbst gegrabenen heissen Spas am Strand sassen was es fuer uns ziemlich schwer machte ein geeignetes Plaetzchen zu finden an dem wir unser Loch graben konnten, sodass unser Pool ein wenig zu heiss war und bei groesseren Wellen das Meerwasser reischwappte, was natuerlich zu kalt war. Naja fuer eine knappe halbe Stunde Wechselbaeder hats dann doch gereicht bevor die Flut zurueckkam und witzig wars auf jeden Fall. Danach gings weiter nach Rotorua wobei wir zwischendurch am Stand uebernachten mussten und erst am Nachmittag des naechsten Tages ankamen. In Rotorua buchten wir dann unsere weiteren Touren und so gings am Tag darauf auch schon auf den Kaituna River zum White Water Rafting. Das ganze Spektakel dauerte zwar nur eine knappe Stunde war aber dank unseres sehr unterhaltsamen Guides und dem Okere Wasserfall (das grosse Highlight der Tour) sehr spassig. Der Wasserfall ist uebrigens knapp 7 Meter hoch und somit der hoechste der Welt den man kommerziell (also mit Anfaenern wie uns) “raften” darf und unser Boot war tatsaechlich volkommen Unterwasser als wir runterkamen.
Die naechsten 2 Tage besuchten wir dann das Waimangu Volcanic Valley (Vulkanseen, heisse Quellen und Terassen) und das Wai-o-Tomo Thermal Wonderland (Gaisyre, Quellen, Schlammloecher und anderes dampfendes geothermles Zeugs) uebernachteten im Waikite Thermal Valley (mit kostenloser 40 Grad Quellwasser Spa) und fuhren den Thermal Explorer Highway (mit kostenlosen Heisswasser Fluessen und Seen, einem Wasserfall und den Aratiata Stromschnellen) bis nach Taupo (hoert sich zwar alles ziemlich komisch an ist aber wirklich sehenswert und einmalig auf der Welt).
Montag, 2. Februar 2009
von Pannen und Autos in Neuseeland
Wie jedesmal, wenn wir in ein neues Land kommen und somit ein neuer Abschnitt unserer Reise beginnt, versuchten wir auch diesmal wieder von Anfang an alles besser zu machen (was natuerlich nur zu mehr Chaos fuehrt). Diesmal sah das wie folgt aus: Das erste was wir beschlossen war so schnell wie moeglich irgendein Gefaehrt aufzutreiben (natuerlich erst nachdem wir reichlich geprueft haben dass Bus und Leihwagen wieder mal viel zu teuer sind) um aus der Stadt zu kommen da wir doch noch lange genug Zeit fuer Auckland haben werden bevor wir fliegen (um das Ding wieder loszuwerden). Nach unseren Erfahrungen in Perth wollten wir diesmal den Kauf einer “lemon” (neuseelaendisch fuer Fehlkauf) vermeiden. Also gingen wir gleich zum Automarkt und handelten einen 2700 Dollar Wagen auf 1200 runter und das ohne Verpflichtung ihn auch zu kaufen und noch bevor wir ihn checken liessen. Nach kurzer Ueberlegung und Ueberedung des Automarktberaters (die Autos dort werden von Privatpersonen verkauft) liessen wir ihn in der Werkstatt checken. Nachdem wir aber in den letzten Monaten einiges in Sachen gesundem Urvertrauen in die Menschheit dazugelernt hatten, fiel uns gleich auf, dass es wohl kein Zufall sein konnte, dass uns der Wagen in die Werkstadt auf der anderen Seite der Strasse gebracht wurde. Dies verleitete uns dazu die Haelfte der Arbeitszeit auf der Mauer gegenueber der Werkstadt rumzulungern und die 3 Mechaniker auffaellig zu begaffen um sicherzustellen, dass sie sich fuer unsere 140 Dollar auch die Finger schmutzig machen und nich nur kaffetrinkend und rauchend neben unserer Karre stehen, was leider meistens der Fall war (immerhin hatten sie nach einer Stunde wenigstens mal die Motorhaube offen). Nachdem die 3 Jungs unsere Anwesenheit bemerkten, was ja auch Sinn der Sache war, kamen sie auch schon der Reihe nach freundlich zu uns rueber und versicherten uns, dass wir noch fuer ne Stunde shoppen, essen, kaffetrinken oder einfach nur woanders hingehen koennen und nicht hier rumsitzen muessten. Da es aber sichtlich Erfolg zeigte und endlich was an unserem Auto gemacht wurde blieben wir natuerlich sitzen. Nachdem 2 Stundencheck bekamen wir dann auch die komplette Maengelliste und nachdem wir uns alles erklaeren liessen beschlossen wir den Wagen zu kaufen da keine notwendigen Reparaturen anstanden (der Chef der Mechanikertruppe meinte uebrigens der Wagen waere noch 2000 Dollar wert, was normale Mechaniker wirklich niemals ueber 18 jahre alte Karren sagen wuerden). Nachdem wir dann am 2 Tag aus Auckland raus waren fing unsere Karre (Automatik) dann auch an nicht mehr zu schalten und blieb im 3ten Gang stecken was dazu fuehrte, dass wir nicht schneller als 50 fahren konnten (und das direkt in der schoenen Landschaft der Waitopa Forests bei dem Stop an einem Baum der 15 Meter Umfang hat – echt riesig). Leider hatten wir Sonntag und der naechsten Tag war ein Feiertag, also war es unmoeglich eine Werkstatt ausfindig zu machen. Wir trafen auf einige hilfsbereite Leute, doch leider hatten die alle nicht genuegend Ahnung von Autos. Daher fuhren wir in die naechst groessere Stadt (Pahia) in der Hoffnung vielleicht dort doch noch am Feiertag eine offene Garage zu finden.
Tatsaechlich wurde uns auch versichert, dass eine Werkstatt am naechsten morgen ganz normal aufmachen wuerde, allerdings fanden wir keine Unterkunft, weshalb wir (mit 50km/h) weitere 30 Kilometer zum naechsten Hostel fahren mussten. Der Hostelleiter dort war frueher einmal Mechaniker. Er schaute sich unsere Kiste am naechsten Morgen an, zupfte an den Kabeln herum und sie fuhr wieder ganz normal.
Daher beschlossen wir ganz in den Norden ans Cape Regina zu fahren um Sandboarden zu probieren. Nach ca. eineinhalb Stunden fahrt begann unser Auto abermals die Gaenge nicht mehr zu waechseln. Wir beschlossen unsere Tour daher mit 50 km/h durchzuziehen und uns nicht unseren Tag zu versauen.
Sandboarden stellte sich bergab als ganz witzig herraus, allerdings musste man ja immer zuerst die Duenen hinauf und das war ziemlich anstrengend. Toll war es trotzdem meilenlang ueber einen riesigen Sandkasten direkt mit Blick aufs Meer laufen zu koennen. Wir besuchten auch den Leuchtturm ganz an der Spitze des Capes und machten uns anschliessend auf den 3 stuendigen Rueckweg.
Am naechsten Tag in der Werkstatt dann der Schock: Wir sollten die Gearbox ersetzen fuer 1500$! Nachdem wir sagten, das koennten wir nicht machen beschloss der Mechaniker eine Runde Probe zu fahren und verkuendete uns darauf: das Auto wuerde sicherlich Monate halten wenn wir einfach nur fuer 300 $ Oel und Filter austauschen. Wir gingen vorsichtshalber doch noch zu einem anderen Mechaniker, welcher uns das sogar bestaetigte und ueberliessen ihm den Job (er versprach, dass es nicht teurer als 300$ werden kann – bei dem anderen haette es bis 600 $ im Endeffekt kosten koennen).
Wir gingen den Reperaturstag ueber Segeln. Das war wirklich wunderschoen. Ganz viele Delfine umschwammen unser Boot, wir hielten dann an einer Insel zum Mittagessen an, konnten Schnorcheln (wobei das Wasser (20grad) hier im Gegensatz zu Australien fast eisig ist) und hatten tolle Ausblicke ueber die Bay of Islands.
Als wir zurueck kamen war unser Auto anscheinend schon fertig und wir konnten es mitnehmen. Somit traten wir am naechsten Tag den Rueckweg an. Doch nach einer Pause an den Hundertwasser Toiletten (wirklich sehr huebsch!) hing unsere Gangschaltung wieder im 3. Gang fest.
Wir fuhren trotzdem den ganzen Tag im Schneckentempo zurueck nach Auckland. Am naechsten Tag klapperten wir immer mehr gefrustet alle Autogaragen ab um verschiedene Meinungen zu hoeren. Doch man wurde stetig mehr verwirrter. Die einen sagten uns man habe unser Oel gar nicht ausgetauscht, ploetzlich war es nicht mehr die Gearbox sondern der Computerchip, dann war es doch die Gearbox, etc... Ziemlich wuetend gingen wir zu der Werkstatt zurueck, die eigentlich unser Auto haette richtig checken sollen vor dem Kauf und mit 100 prozentiger Sicherheit irgendetwas uebersehen hat. Diese gaben ihre Stimme dem Computerchip und da sie einsahen, dass sie etwas verbockt hatten machten sie uns den Vorschlag den Chip auszutauschen und die Reperatur uns nur in Rechnung stellen, wenn unser Auto danach wieder fahren wuerde.
Wir liessen uns darauf ein und sie behielten Recht. Am naechsten Morgen konnten wir endlich Auckland mit einem funktionierenden babyblauen Automatikwagen verlassen.