Montag, 2. Februar 2009

von Pannen und Autos in Neuseeland



Neuseeland


Wie jedesmal, wenn wir in ein neues Land kommen und somit ein neuer Abschnitt unserer Reise beginnt, versuchten wir auch diesmal wieder von Anfang an alles besser zu machen (was natuerlich nur zu mehr Chaos fuehrt). Diesmal sah das wie folgt aus: Das erste was wir beschlossen war so schnell wie moeglich irgendein Gefaehrt aufzutreiben (natuerlich erst nachdem wir reichlich geprueft haben dass Bus und Leihwagen wieder mal viel zu teuer sind) um aus der Stadt zu kommen da wir doch noch lange genug Zeit fuer Auckland haben werden bevor wir fliegen (um das Ding wieder loszuwerden). Nach unseren Erfahrungen in Perth wollten wir diesmal den Kauf einer “lemon” (neuseelaendisch fuer Fehlkauf) vermeiden. Also gingen wir gleich zum Automarkt und handelten einen 2700 Dollar Wagen auf 1200 runter und das ohne Verpflichtung ihn auch zu kaufen und noch bevor wir ihn checken liessen. Nach kurzer Ueberlegung und Ueberedung des Automarktberaters (die Autos dort werden von Privatpersonen verkauft) liessen wir ihn in der Werkstatt checken. Nachdem wir aber in den letzten Monaten einiges in Sachen gesundem Urvertrauen in die Menschheit dazugelernt hatten, fiel uns gleich auf, dass es wohl kein Zufall sein konnte, dass uns der Wagen in die Werkstadt auf der anderen Seite der Strasse gebracht wurde. Dies verleitete uns dazu die Haelfte der Arbeitszeit auf der Mauer gegenueber der Werkstadt rumzulungern und die 3 Mechaniker auffaellig zu begaffen um sicherzustellen, dass sie sich fuer unsere 140 Dollar auch die Finger schmutzig machen und nich nur kaffetrinkend und rauchend neben unserer Karre stehen, was leider meistens der Fall war (immerhin hatten sie nach einer Stunde wenigstens mal die Motorhaube offen). Nachdem die 3 Jungs unsere Anwesenheit bemerkten, was ja auch Sinn der Sache war, kamen sie auch schon der Reihe nach freundlich zu uns rueber und versicherten uns, dass wir noch fuer ne Stunde shoppen, essen, kaffetrinken oder einfach nur woanders hingehen koennen und nicht hier rumsitzen muessten. Da es aber sichtlich Erfolg zeigte und endlich was an unserem Auto gemacht wurde blieben wir natuerlich sitzen. Nachdem 2 Stundencheck bekamen wir dann auch die komplette Maengelliste und nachdem wir uns alles erklaeren liessen beschlossen wir den Wagen zu kaufen da keine notwendigen Reparaturen anstanden (der Chef der Mechanikertruppe meinte uebrigens der Wagen waere noch 2000 Dollar wert, was normale Mechaniker wirklich niemals ueber 18 jahre alte Karren sagen wuerden). Nachdem wir dann am 2 Tag aus Auckland raus waren fing unsere Karre (Automatik) dann auch an nicht mehr zu schalten und blieb im 3ten Gang stecken was dazu fuehrte, dass wir nicht schneller als 50 fahren konnten (und das direkt in der schoenen Landschaft der Waitopa Forests bei dem Stop an einem Baum der 15 Meter Umfang hat – echt riesig). Leider hatten wir Sonntag und der naechsten Tag war ein Feiertag, also war es unmoeglich eine Werkstatt ausfindig zu machen. Wir trafen auf einige hilfsbereite Leute, doch leider hatten die alle nicht genuegend Ahnung von Autos. Daher fuhren wir in die naechst groessere Stadt (Pahia) in der Hoffnung vielleicht dort doch noch am Feiertag eine offene Garage zu finden.

Tatsaechlich wurde uns auch versichert, dass eine Werkstatt am naechsten morgen ganz normal aufmachen wuerde, allerdings fanden wir keine Unterkunft, weshalb wir (mit 50km/h) weitere 30 Kilometer zum naechsten Hostel fahren mussten. Der Hostelleiter dort war frueher einmal Mechaniker. Er schaute sich unsere Kiste am naechsten Morgen an, zupfte an den Kabeln herum und sie fuhr wieder ganz normal.

Daher beschlossen wir ganz in den Norden ans Cape Regina zu fahren um Sandboarden zu probieren. Nach ca. eineinhalb Stunden fahrt begann unser Auto abermals die Gaenge nicht mehr zu waechseln. Wir beschlossen unsere Tour daher mit 50 km/h durchzuziehen und uns nicht unseren Tag zu versauen.

Sandboarden stellte sich bergab als ganz witzig herraus, allerdings musste man ja immer zuerst die Duenen hinauf und das war ziemlich anstrengend. Toll war es trotzdem meilenlang ueber einen riesigen Sandkasten direkt mit Blick aufs Meer laufen zu koennen. Wir besuchten auch den Leuchtturm ganz an der Spitze des Capes und machten uns anschliessend auf den 3 stuendigen Rueckweg.

Am naechsten Tag in der Werkstatt dann der Schock: Wir sollten die Gearbox ersetzen fuer 1500$! Nachdem wir sagten, das koennten wir nicht machen beschloss der Mechaniker eine Runde Probe zu fahren und verkuendete uns darauf: das Auto wuerde sicherlich Monate halten wenn wir einfach nur fuer 300 $ Oel und Filter austauschen. Wir gingen vorsichtshalber doch noch zu einem anderen Mechaniker, welcher uns das sogar bestaetigte und ueberliessen ihm den Job (er versprach, dass es nicht teurer als 300$ werden kann – bei dem anderen haette es bis 600 $ im Endeffekt kosten koennen).

Wir gingen den Reperaturstag ueber Segeln. Das war wirklich wunderschoen. Ganz viele Delfine umschwammen unser Boot, wir hielten dann an einer Insel zum Mittagessen an, konnten Schnorcheln (wobei das Wasser (20grad) hier im Gegensatz zu Australien fast eisig ist) und hatten tolle Ausblicke ueber die Bay of Islands.

Als wir zurueck kamen war unser Auto anscheinend schon fertig und wir konnten es mitnehmen. Somit traten wir am naechsten Tag den Rueckweg an. Doch nach einer Pause an den Hundertwasser Toiletten (wirklich sehr huebsch!) hing unsere Gangschaltung wieder im 3. Gang fest.

Wir fuhren trotzdem den ganzen Tag im Schneckentempo zurueck nach Auckland. Am naechsten Tag klapperten wir immer mehr gefrustet alle Autogaragen ab um verschiedene Meinungen zu hoeren. Doch man wurde stetig mehr verwirrter. Die einen sagten uns man habe unser Oel gar nicht ausgetauscht, ploetzlich war es nicht mehr die Gearbox sondern der Computerchip, dann war es doch die Gearbox, etc... Ziemlich wuetend gingen wir zu der Werkstatt zurueck, die eigentlich unser Auto haette richtig checken sollen vor dem Kauf und mit 100 prozentiger Sicherheit irgendetwas uebersehen hat. Diese gaben ihre Stimme dem Computerchip und da sie einsahen, dass sie etwas verbockt hatten machten sie uns den Vorschlag den Chip auszutauschen und die Reperatur uns nur in Rechnung stellen, wenn unser Auto danach wieder fahren wuerde.

Wir liessen uns darauf ein und sie behielten Recht. Am naechsten Morgen konnten wir endlich Auckland mit einem funktionierenden babyblauen Automatikwagen verlassen.

2 Kommentare:

Anonym hat gesagt…

Hallo ihr beiden,

Ärger mit den Autos gibt es immer; lasst euch nicht die Stimmung verderben. Ich wünsche euch, dass jetzt alles in Neuseeland so klappt, wie ihr es plant.

Liebe Grüße

Agnes

Anonym hat gesagt…

Des nächste mal knallt ihr dem Mechaniker einfach gleich eine ... Er muss es lernen ;-)