Dienstag, 12. Mai 2009

Noch 48 Stunden....

Heute begann unsere 3 taegige Heimreise. Von Tortugero gingt es mit dem Boot nach La Pavona, dann mit dem Bus nach Cariari, von dort ueber Guapilles nach San Jose, eine Nacht im Hostel, morgen dann 10 Stunnden Flug nach Madrid, 5 Stunden Aufenthalt und die letzten 3 Stunden nach Zuerich. Wenn wir ankommen waren wir fast genau 8 Monate unterwegs. Sind 17 mal geflogen, waen in 7 Laendern (plus 3 Flughaefen und 2 Tagestrips), auf 4 Kontinenten und in fast allen Klimazonen, sind 86000km gereist davon 56.000km per Flugzeug , ca. 20000km mit dem Bus oder Zug, ca. 10000km mit unseren 2 Autos, und mindestens 800km zu Fuss. Was soll man zum Ende einer Weltreise sagen?

Gute literarische Beitraege enden gewoehnlich mit Zitaten oder alternativ mit einem wirklich guten Gag, leider haben wir beides gerade nicht auf Lager. Was wir alles gesehnen und erlebt haben war wirklich fantastisch aber von den Highlights haben wir hier ja die letzten Monate berichtet, fehlt also nur noch das ganze auch mal kritisch zu betrachten und mal davon zu berichten was uns wirklich geervt hat, wie zum Beispiel dass 8 Monate im Nachinein wie im Flug vergangen sind, einem manchmal aber auch wie eine Ewigkeit vorgekommen sind. Reisen ist mit Sicherheit kein Urlaub. Mit der Zeit hat man einfach zu viel gesehen und erlebt und kann sich nicht mehr fuer alles begeistern. Nach 100 Straenden interessier einen kein Suedseeparadies mehr und nach 3 Wochen Indien kann Burger King im Flughafen von Honk Kong das Tageshighlight sein. Tourismus geht einem fast immer auf die Nerven und wird schlimmer je mehr “Backpacker “ beteiligt sind (besonders in Australien). Manchmal fragt man sich auch, was man 40000km weit von Zuhause weg will, wenn im Supermarkt alle um einen Deutsch sprechen. Ausserdem sind wir wirklich nicht die perfekten Reisenden. Sowohl das staendige Sparen als auch die (meistens wirklich versifften) Unterkuenfte raubten einem den Nerv, davon, dass man sich fuer 8 Monate Toilette und Bad mit bis zu 20 andern teilen musste ganz zu schweigen.Vielleicht sind wir auch einfach zu gut geworden nach der langen Zeit oder haben zu viel gesehen, sodass man nicht mehr wirlich das Gefuehl hat das “grosse Abenteuer” zu erleben.

Ansonsten: Amerika unter 21 macht wirklich vieles komplizierter und Arbeiten im Ausland macht Geldtechnisch ueberhaupt keinen Sinn. Wenn man nach Hawaii geht sollte man auf Big Island und sich die Vulkane anschauen (was wir verpasst haben) und nicht meinen, dass die Oahuinsel und Honolulu einen auch nur fuer 2 Tage unterhaelten (besonders wenn man vorher auf Fiji war). Wer schnell reist und viel sieht wird schnell einsam und wer viele Leute kennenlernen will (heisst nicht nur fuer einen oder zwei Tage) dem bleibt nichts anderes uebrig als 2 Wochen an einem Platz zu bleiben und deshalb sein Geld fuers “Nichts-sehen” auszugeben oder seine Freunde gleich von zu Hause mitzubringen. Und ganz wichtig: in Australien ist man nicht der Einzige, der auf die glohrreiche Idee gekommen ist, weit weg von zu Hause zu sein und ganz ehrlich, zu viele Deutsche sind weder fuer das Englisch noch feuer das Gefuehl, was Besonderes zu machen gut. Zwar trifft man unglaublich viele wirklich nette und interessante Menschen, aber auch sehr oft sind die Hostels voll mit irgendwelchen “Reisenden” die seit 2 Monaten nichts mehr getan haben und die Zeit in ihren Zimmerm mit Laptop und X-box (ja es gibt wirklich Leute die sich ne X-Box in Australien kaufen waehrend sie “reisen”) verbringen, was nicht nur gar nichts mit Reisen zu tun hat, sondern auch nichts bringt ausser mehr Geld als zu Hause zu verschleudern. Ausserdem hat wirklich jedes Land seine Vor- und Nachteile. Indien ist zwar sehr interessant, aber auch anstregend und Singapur ist dagegen sauber und sicher (und das Essen ist super), dafuer aber nach 2 Tagen totlangweilig. Die USA ist mit den Staedten und den Nationalparks wirklich fantastisch (was sogar meine grossen Erwartungen uebertroffen hat), aber ohne Geld geht dort wirklich weniger als gar nichts und Fiji ist zwar das Paradies auf Erden, aber nach 8 Tagen auf einer Insel (auf der es nicht mal einen Miniladen gibt und man ausser dem taeglich 3 mal dem gleichen Essen nichts bekommen kann) ist man auch froh wieder in die normale Zivilisation zurueckzukehren. Deswegen waren wir auch jedesmal froh wieder am Flughafen zu stehen und 3 Wochen Fast Food gegen die naechsten 3 Wochen Reis zu tauschen oder unertraegliche Hitze gegen Campen bei Minusgraden (naja ganz so schlimm auch nicht aber so in der Art). Andererseits waere es ja auch langweilig, wenn es irgedwo so perfekt waere, dass man nicht mehr gehen will, denn dann waere die Reise sehr schnell vorbei. Und wenn einem das Leben aus dem Rucksack nach (immerhin) 8 Monaten nicht langsam auf die Nerven gehen wuerde, wuerden wir dann wahrscheinlich nie mehr nach Hause kommen.

Natuerlich heisst das nicht, dass wir unsere Reise bereuen wuerden, ganz im Gegenteil, sondern nur, dsas wir uns auch auf Zuhause freuen. Gruende zu Reisen gibt es genug und zumindest ich hab meine naechste laengere Reise schon geplant (mit etwas grosszuegigerem Budget versteht sich und sicher nich mehr 8 Monate am Stueck). Je mehr man sieht desto mehr wird einem bewusst, was man alles noch sehen will. Das eigentliche Ziel (rauszufinden was wir in Zukunft mit unserem Leben anfangen wollen) haben wir zwar nicht erreicht, dafuer aber ein gutes Stueck Lebenserfahrung dazugewonnen, wirklich hilfbereite und nette Menschen kennengekernt und natuerlich Dinge gemacht und erlebt, die man Zuhause nie machen oder sehen wuerde. Und an die Freiheit sich jede Sekunde umentscheiden zu koennen koennte man sich auch gewoehnen. Wie gesagt, die Gruende warum sich jeder Tag unser Reise gelohnt hat kann man in den vergangenen 60 Eintraegen lesen.

Ansonsten vielen Dank fuer die, naja immerhin fast 5000 Besucher, unsere Rucksaecke sind gepackt, massenweise Costa Rica Kaffe haben wir gekauft und unser Flug steht, das wars von uns...

Montag, 11. Mai 2009

Die letzte Etappe: Tortuguero















Wie schon geschrieben haben wir es erst am zweiten Tag nach Tortuguero geschafft. Die Nacht davor haben wir in Cariari in einem wirklich schrecklichen Hotel uebernachtet. Im Lonely wird es zwar als klinisch rein beschrieben, allerdings handelt es sich um die schlimmste Drecksbude in der wir jemals waren – alles kaputt, Schimmel ueberall, Haare vom Vorgaenger auf den Betten und Krabbeltiere! Nur fuer andere Reisende: Niemals in das Hotel Central in Cariari gehen!

Am naechsten Morgen ging es also um 6 Uhr in der Frueh mit dem Bus zur Faehre. Diese brachte uns durch einige von Urwald umgebene Kanaele zu dem Dorf Tortuguero. Man stellt es sich ein wenig malerischer vor, doch es besteht aus ungeteerten kleinen Erdwegen und vielen aus Wellblech zusammen gebastelten Huetten – ab und zu verirrt sich natuerlich ein normales Haus dazwischen, das sind dann bessere Hotels.

Im Gegensatz zu unserer letzten Unterkunft war unsere dortige ein wahres Schloss. Zwar rieselten staendig Holzspaene von den Holzwuermern in der Decke auf uns waehrend wir schliefen und sie war so duenn, dass man sie ohne Kraftaufwand eindruecken konnte, dafuer war es einigermassen sauber und hatte Privatbad.

Den Rest des Ankunfttages verbrachten wir damit das Dorf ein wenig anzuschauen und guenstige Restaurants zu finden (was nicht wirklich zu Erfolg fuehrte). Ausserdem buchten wir uns eine gefuehrte Kanutour am naechsten Morgen um 6 Uhr frueh. Wir entschieden uns gegen die Schildkroetentour (man wartet nachts am Strand auf Schildkroeten, die ihre Eier ablegen), weil es zu dieser Jahreszeit nur eine 50:50 Chance gibt auch eine zu sehen. Nachts mussten wir ganz schoen mit den Muecken kaempfen, denn trotz Fliegengitter vor den Fenstern kamen diese Mistviecher in unser Zimmer rein. Nicht sonderlich praktisch in einem Malariagebiet in dem jeder Provilaxe nimmt (ausser uns). Also muessen wir jetzt wohl hoffen, dass keine der 30 Muecken, die uns trotz Rauchspiralen und Mueckenspray (wir leerten eine halbe Spruehflasche in 2 Tagen) gestochen haben, Malaria uebertrug. Aufatmen werden wir wohl erst nach den naechsten zwei Wochen ohne Fieber koennen.

Am Morgen ging es dann sehr frueh raus. Die ganzen kleinen Wege waren vermatscht und ueberflutet von dem Gewitter der Nacht. Unser Bootsfuehrer paddelte geschlagene 3 Stunden durch die Kanaele des Tortuguero Nationalparks. Es regnete die gesamte Zeit (was nicht so stoerte, da wir Regenjacken dabei hatten und wenigstens mal nicht schwitzten). Wir sahen einige Kaimane (Babys inklusive), Basilisken (wirlich suesse Dinger), Leguane, Bruellaffen, Tucane und natuerlich viele andere Voegel. Wir erkannten auch ziemlich schnell, dass es nicht gefaehrlich werden kann sich selber ein Kanu auszuleihen, denn Kaimane sehen zwar aus wie Krokodile sind aber wirklich klein (trotzdem moechte man nicht mit ihnen schwimmen gehen). Die Kanufahrt hat sich aber nicht nur wegen den Tieren gelohnt, sondern auch wegen der wirklich schoenen Landschaft. Endlich war es mal wirklich wie im richtigen Regenwald – dicht bewachsen, Lianen und befremdende Geraeusche. Leider haben wir nicht wirklich schoene Bilder von den Tieren, da sie uns keine 10 cm nah rangelassen haben und mit Markus Weitwinkelkamera sie trotzdem recht klein wirken und meiner die Batterien ausgingen.

Nach der Kanufahrt gingen wir mit unserer dritten Touristin im Boot noch fruehstuecken. Sie ist genau am Anfang ihrer 10 Monatigen Weltreise, weshalb man schnell ins Gespraech kam.

Anschliessend hiess es Schlaf nachholen, Essen gehen (wir haben ein Restaurant genommen, das Kreditkarten nimmt – hier gibts keinen ATM) und danach war eine Wanderung durch den Regenwald geplant. Aus dieser wurde leider nichts, da es so geregnet hat, dass der einzige Wanderweg nicht passierbar war und es im Wald dank beginnender Regensaison nur so von Moskitos wimmelte. Daher gings nur ein wenig an den Strand (leider keine Schildkroete gesehen) und danach - als es wieder anfieng aus Kuebeln zu schuetten – beschlossen wir mit ein paar anderen Backpackern die ueberdachten Haengematten aufzusuchen.

Am naechsten Tag gings dann wieder mit dem 6 Uhr Boot zurueck zum Festland. Die Regenfaelle sind allerdings so heftig geworden, dass das ganze Land ueberschwemmt war und der Fluss auf Grund Baumstaemmen nicht passierbar. Daher gings mit dem Motorboot ueber Felder und Wiesen zu einer anderen Faehrestation (schaut euch die Kuehe an – was man nicht auf den Fotos sieht: ein paar standen schon knietief im Wasser, das war der einzige trockene Fleck auf ihrer Weide!). So schlimm soll es angeblich nur 2 Tage im Jahr sein. Wir Gluecklichen haben natuerlich genau so einen erwischt. An welchem Anleger wir ankamen wissen wir bis jetzt immernoch nicht. Allerdings kam ein Bus und der brachte uns in die naechste Ortschaft, von wo aus wir einen Bus nach San Jose bekamen.

Heute gings dann noch Souvenirs kaufen, denn morgen sitzen wir schon im Flugzeug nach Hause! Bald sehen wir euch alle wieder!

Freitag, 8. Mai 2009

Canopy Tour






Canopy Tour


Eigentlich hatten wir uns in Monteverde gegen eine Canopy Tour entschieden, da wir heute aber zu spaet fuer den Bus nach Tortugero aufgestanden sind mussten wir noch einen Tag laenger hier bleiben. Daraufhin hat uns unser netter Hotelbesitzer, der selbst titulierte Mr. Lava Lava, der bei dieser Gelegeheit mal lobend erwaehnt werden sollte (das Hotel heisst uebrigens Gringo Petes 2, falls sich ausser unserer Freunde und Familie doch mal ein anderer Reisender beim Suchbegriff “La Fortuna Costa Rica” auf Google Seite 3425 auf unseren Blog verirren sollte) eine Canopy Tour empfohlen. Also entschieden wir uns mal wieder spontan um, denn diese Perle des Costa Ricanischen Massentourismus wollten wir uns natuerlich nicht entgehen lassen. Zu unserer Ueberraschung gab es hier in La Fortuna auch schon ueber fuenf Anbieter und damit sogar noch mehr als in Monteverde (dem Erfindungsort). Deshalb viel uns die Entscheidung nicht sehr schwer und da wir in den letzten 7 Monten unsere Liebe zu Aktivitaeten die irgendwas mit dem tragen von “Harnessen” (endlich hab ich rausgefunden wie die Trage/Klettergeschirr Dinger heissen die so unangenehm fuers Gemaecht sind) entdeckt haben wussten wir schon dass wir uns mal wieder richtig entschieden haben. Wer von euch uebrigens keine Ahnung hat was Canopy ist (was jeder sein duerfte ausser Simon) dem sei das ganze Specktakel mal kurz erklaert. Canopy wurde wie schon gesagt in den Nebelwaeldern von Monteverde erfunden aus dem einfachen Grund dass sich das meiste Leben im Regenwald in den Baumkronen abspielt. Dafuer gibt es mittlerweile ueberall in Costa Rica Plattformen in den Baeumen, Haengebruecken, Skywalks und eben Canopy Touren bei denen man nichts anderes macht als an Drahtseilen befestigt von Plattform zu Plattform tarzanmaessig durch den Jungel zu gleiten. Der ganze Zirkus gehoert eigetlich in die Spalte “Oekotourismus” hat aber nicht wirklich viel damit zu tun da die einzige Chance ein Tier aus der Naehe zu sehen darin besteht mit einem Vogel zusammenzustossen ansonsten geht alles viel zu schnell und die Seile befinden sich mittlerweile meistens ueber den Baeumen, statt zwischen ihnen. Ausserdem bleibt fraglich ob es so gut fuer die Tierwelt ist jeden Tag 50 kreischende Touris durch die Waelder zu jagen und ueberteuert ist das Ganze auch noch, warum macht man das also? Weils wirlklich sauwitzig ist an ueber 3km Gesamtseillaenge verteilt auf 10 Plattformen und in teilweise 100 Metern Hoehe durch, ueber oder unter den Baeumen durchzurasen. Zudem gehen die zwei laengsten Seile (800 und 900 Meter) genau ueber den La Fortuna Wasserfall und bei den schnelleren Seilen bekommt man gute 40 bis 50 km/h drauf. Ausserdem war es fuer uns ein sehr bequemer Weg (auf dem Traktoranhaeger statt zu Fuss) mal etwas weiter in den Regenwald zu kommen der hier wirklich ueberall sehenswert ist. Die ganze Tour hat uebrigens gute 3 Stunden gedauert und war echt sehr lustig.


Fazit lautet also: Sobald man Unterlassungserklaerungen im Todesfall unterschreiben (was bei uns sicher schon die 6te oder 7te sein duerfte) und sich in einen geliebten “Harness” zwaegen muss kann man davon ausgehen sein Geld lohnend investiert zu haben.


Pferderitt zurueck, Frosch und Schmetterlings Garten gabs uebrigens gratis dazu...


Morgen gehts dann endlich nach Tortugero mit voraussichtlich 5 verschiedenen Bussen, einem Boot und wahrscheinlich guten 10 Stunden Reisezeit. Ob wir ankommen weiss ich nicht....


kurzes Update: wir sind nicht angekommen obwohl wir um halb 5 morgens aufgestanden sind, soviel also zur Costa Ricanischen Puenktlichkeit (7 Stunden gewartet und keinen Anschlussbus bekommen). Morgen also nochmal 3 Stunden Bus und Boot um halb 6 morgens. Die 12 Stunden Strecke koennte man uebrigens auf der A3 in guten eineinhalb fahren.

Donnerstag, 7. Mai 2009

Nichts tun mal anders








Endlich koennen wir euch mal wieder ein paar Bilder reinstellen, um die ihr uns beneiden werdet. Heute waren wir ja wie angekuendigt in den Baldi Hot Springs – und die waren ihr Geld wirklich wert. Die Baldi Hot Springs – nur um das mal schnell zu erklaeren – sind 25 natuerlich (sprich aus heissen Quellen) beheizte Pools von einem der vielen Luxusresorts, die es hier um La Fortuna gibt. Sie liegen 5 Kilometer ausserhalb und sind bis auf Ausnahmen alle ueber 30 Grad warm. Manche sogar so heiss, dass man es gar nicht lange drin aushaelt. Jedenfalls gibt es drei Wasserbars (sehr coole Sache), etliche Wasserfaelle, Rutschen und eine 'Mayapyramide'. Ausserdem Vulkanblick und etliche kleine Wege schlaengeln sich zwischen tropischen Pflanzen und Blumen, welche ueberall wachsen. Und so ging der heutige Tag auch richtig entspannt vorbei, obwohl wir zwischenzeitlich mal in Stress kamen, weil der Park ein wenig groesser als erwartet war (der Lonely Planet mag die Anlage naemlich scheinbar nicht und daher hatten wir nicht allzu grosse Erwartungeen).

Schaut euch einfach die Bilder an und stellt es euch noch ein wenig besser vor.


Am Abend sind wir dann noch zu einem Aussichtspunkt gefahren, um die Lava des Vulkans Arenals zu bestaunen. Daraus wurde allerdings (dank Regenzeit) nicht so viel, denn es war bewoelkt und staendig zuckten Blitze ueber den Himmel. Dafuer konnten wir Fireflies beobachten. Man kann sich die wie Gluehwuermchen vorstelln, nur dass sie nicht permanent leuchten sondern immer wieder aufblitzen. Es sah daher so aus, als waere die gesamte Wiese vor uns elektrisiert. Am Ende bekamen wir dann doch noch ein Minifetzen Lava zu sehen. Diesen sollte man sich allerdings eher wie eine glimmende Zigarette vorstellen, die verdammt weit weg zu sein scheint und daher ein Foto nicht wert war. Ausserdem verschluckten die Wolken den roten Punkt auch sofort wieder. Unser Tourguide – Mr. Lava Lava – war aber total aus dem Haeuschen (wohl weil er laut seiner Garantie bei keiner Lava einen am naechsten Tag nochmal haette kostenlos mitnehmen muessen).


Nach dem nicht sonderlich erfolgreichen Lava Bestaunen ging's dann zurueck zu den Baldi Hot Springs zum Buffet Essen und anschliessend nochmal fuer 2 Stunden in die nun beleuchteten Pools.


Morgen machen wir uns nun auf nach Tortuguero (unserem letzten Ziel) – werden aber (wohlwissend der Schnelligkeit von Costa Ricanischen Bussen) erst uebermorgen ankommen.

Mittwoch, 6. Mai 2009

von Busfahrten, Taxifahrten & Bootsfahrten (oder unsere Tagesbeschaeftigung)





Natuerlich haben wir die Reise nicht an einem Tag geschafft. Schon die Strecke alleine von Montezuma zurueck nach Punterena dauerte ueber 5 Stunden, weshalb es nicht verwunderte, dass wir saemtliche Anschlussbusse verpassten. Eigentlich ist ganz alleine unsere dreckige Waesche an allem Schuld. Weil die niemand am Tag zuvor im Ort waschen konnte (Laundry hatte zu), entschlossen wir uns mal wieder dazu, die Handwaesche anzuwenden. Wir verteilten auch grosszuegig alles uebers gesamte Zimmer, allerdings wurde wirklich gar nichts trocken, weshalb wir beschlossen den spaeteren Bus zur Faehre zu nehmen (damit die Waewsche noch ein paar Sonnenstrahlen abbekommt). Im Endeffekt hat auch das nichts gebracht und als wir um 10 dann auf den Bus warteten war sie so nass wie vorher ( deise verdammte Luftfeuchtigkeit!). Ein englisches Paerchen wartete mit uns und wir wunderten uns schon, warum uns die Einheimischen so seltsam beaeugten als wir ploetzlich den Bus eine Querstrasse weiter wegfahren sahen. Tja, den hatten wir verpasst, weil wir an der falschen Strasse warteten (was wirklich schwer ist bei einem 2 Strassen Dorf). Jedenfalls kam gleich ´hilfsbereit´ein junger Mann (welcher uns schon die ganze Zeit ueber beobachtet hat) und bot an, uns vor dem Bus ins naechste Dorf zu bringen fuer ´nur´4000 Colon. Da wir zu viert waren und keine Lust zu verhandeln (der Kerl hatte schliesslich nur darauf gewartet, dass wir den Bus verpassten und ausserdem fuhr die naechsten 3 Stunden kein anderer) willigten wir ein. So erreichten wir zwar mit dem eingeholten Bus auch noch rechtzeitig unsere Faehre, allerdings sind die Costa Ricaner nicht so die geuebten Einparker - wodurch wir mehr als eine Stunde Verspaetung hatten und so unseren letzten Anschlussbus nach Monteverde vergessen konnten. Daher blieben wir noch eine Nacht in Punterena, wo an dem Tag Markt war und setzten unsere Fahrt am naechsten Morgen in der Frueh fort (wobei das Ansichtssache ist, da wir Dank falscher Reisefuehrerinformation ca 2 Stunden zu frueh am Busbahnhof waren und daher doch erst Mittags abfahren konnten).
Diese war allerdings auch kein Zuckerschlecken. Monteverde liegt naemlich ueber 1000 Meter hoch - ansich kein Problem - allerdings mit dem wackeligen BUs auf der Schotterstrasse ging die Fahrt beinahe im Schrittempo voran. Daher waren wir ebenfalls knappe 4 Stunden im Bus.
Gluecklicherweise fanden wir schnell ein guenstiges Hostel und erkundeten ein wenig den Ort (auch nicht sonderlich gross, aber sehr huebsch). Abends gingen wir noch lecker Essen und beschlossen den naechsten Tag einen Ausflug in die hiesigen Nebelwaelder zu unternahmen, fuer dieMonteverde bekannt ist. Daraus wurde allerdings nichts, denn am naechsten Tag regnete es aus Kuebeln. Das war wirklich sehr schade, denn es war unser einziger Tag hier, da unser enger Zeitplan nicht mehr Zeit hier zuliess. Also koennen wir euch keine schoenen Bilder von Faultieren oder tropischen Waeldern reinstellen, weil wir in unserem Hostel gefangen waren.
Am naechsten Tag ging´s dann schon um 8 Uhr morgens per Jeep-Boat-Jeep Tour nach La Fortuna- der Hauptausgangsstaette fuer Ausfluege zum nochaktiven Vulkan Arenal. Wir bekamen schon ein paar Blicke auf ihn waehrend unserer Bootsfahrt. Unser Hotelzimmer hier ist ganz schoen und wir haben auch schon einen Ausflug morgen zum Vulkan und in die Baldi Hot Springs geplant. Der Ort ist naemlich auch fuer seine heissen Quellen bekannt. Wir kommen langsam richtig in Stress wegen der schlechten oder langsamen Busverbindungen zu unserem naechsten Ziel. Die letzten Tage unserer Reise sind angebrochen...

Samstag, 2. Mai 2009

Pura Vida










Wir sind nun schon 4 Tage in Costa Rica. Was wir relativ schnell bemerkten ist, dass Spanisch hier notwendig ist. Viele Ticos sprechen naemlich kein Wort Englisch. Das hatten wir nicht erwartet. Vom Flughafen gings dann gleich ins Pangea Hostel. Von aussen war dies eine einzige Wellblechwand mit unauffaelliger Tuer. Im Inneren empfang einen ein total verwinkeltes, buntes Haus – welches eher drei Appartmenthaeusern glich. Die Zimmer waren sauber und das Restaurant oben, aehnlich eines Wintergartens, servierte gutes, billiges Essen und es gab guenstige Cocktails. Und die waren klasse, denn Pina Colada wird hier aus Eis, Cocosmilch und frischer Ananas gemixt! Was will man mehr?

Jedenfalls lockte uns San Jose nicht sonderlich aus unserer netten Herberge hinaus. Wir unternahmen zwar einen Abstecher in die Stadt, kehrten allerdings recht frueh wieder zurueck um uns einen Reiseplan zurecht zu legen. Wir entschieden uns fuer Montezuma als erstes Ziel. Die Busfahrt lief recht reibungslos ab (im Gegensatz zu Indien und dem Greyhoundbus waren die Costa Ricanischen super) und auch in Punterenas (wo wir unsere erste Nacht verbringen wollten, bevor es am naechsten Tag mit der Faehre weiter gehen sollte) fanden wir ohne Probleme ein nettes Hotel. Punterenas war ansich ein recht nettes Staedtchen mit leckeren Baeckereien und fast gaenzlich vom Meer umrundet.

Nachdem uns die Faehre auf die Halbinsel ruebergeschifft hat, setzten wir abermals unsere Fahrt nach Monteezuma mit dem Bus fort, obwohl saemtliche Taxifahrer uns weiss machen wollten, dass der Bus voll sei und wir ihr Taxi fuer 10$ pro Person nehmen sollten. Das Spiel spielten sie sogar so weit, dass sie in den Bus irgendetwas rein riefen und dann, als ob sie eine Antwort erhielten haetten, sich zu uns umdrehten und sagten es gaebe keinen Platz. Als wir den Busfahrer (welcher uebrigens nicht mal im Bus sass) fragten, gab es 'gluecklicherweisse' noch genug Sitzplaetze. Diesmal waren auf der Fahrt allerdings sehr vielen anderen Rucksackreisenden.

Montezuma war frueher der Hippieort von Costa Rica. Es liegt sehr abgelegen zwischen Meer und Regenwald. Bei der Einfahrt ins Dorf wurden wir sogleich von einigen Affen und einer mindestens 1 Meter grossen Echse (Leguan?) ueberrascht (leider hatten wir nicht schnell genug unsere Kamera parat, daher keine Bilder). Hier haben wir auch gleich ein sehr huebsches Hotelzimmer gefunden, genau im Zentrum. Wobei hier das Zentrum aus lediglich zwei Strassen besteht sollte man erwaehnen. Uebrigens ist es super heiss. Uns laeuft in Stroemen der Schweiss runter und selbst nachts gleicht es indischen Verhaeltnissen (wir waren zugegeben auch zu geizig die Klimaanlage extra zu bezahlen).

Abends gibt es echt leckeres Essen in den vielen verschiedenen huebsch eingerichteten und direkt am Meer liegenden Restaurants. Ausserdem super Fruchtshakes und ueberall Haengematten.

An den Menschen und der Aufmachung des gesamten Ortes kann man das Hippifeeling noch merken. Und hier leben halb so viele (liebe) Hunde wie Menschen. Geht man am Strand entlang sieht man ueberall Huetten, Hotels und Zelte im Regenwald (alles ein wenig alternativ). Affenschreie begleiten einen die gesamte Nacht. Mitunter hat man Glueck und sieht sie auch. Wir haben einen kleinen Spaziergang gemacht und diesen seltsamen Krebs entdeckt (siehe Bilder) – und nein, er ist nicht aus Plastik. Umgekehrt sind wir schliesslich als Markus von einer Fledermaus attackiert und es dunkel wurde.

Morgen machen wir uns auf nach La Fortuna. Ob wir das in einem Tag schaffen wissen wir noch nicht.


Ps: wir haben noch nicht die Schweinegrippe, aber in San Jose gab es den ersten Fall also verfolgt sie uns weiter....