Montag, 11. Mai 2009

Die letzte Etappe: Tortuguero















Wie schon geschrieben haben wir es erst am zweiten Tag nach Tortuguero geschafft. Die Nacht davor haben wir in Cariari in einem wirklich schrecklichen Hotel uebernachtet. Im Lonely wird es zwar als klinisch rein beschrieben, allerdings handelt es sich um die schlimmste Drecksbude in der wir jemals waren – alles kaputt, Schimmel ueberall, Haare vom Vorgaenger auf den Betten und Krabbeltiere! Nur fuer andere Reisende: Niemals in das Hotel Central in Cariari gehen!

Am naechsten Morgen ging es also um 6 Uhr in der Frueh mit dem Bus zur Faehre. Diese brachte uns durch einige von Urwald umgebene Kanaele zu dem Dorf Tortuguero. Man stellt es sich ein wenig malerischer vor, doch es besteht aus ungeteerten kleinen Erdwegen und vielen aus Wellblech zusammen gebastelten Huetten – ab und zu verirrt sich natuerlich ein normales Haus dazwischen, das sind dann bessere Hotels.

Im Gegensatz zu unserer letzten Unterkunft war unsere dortige ein wahres Schloss. Zwar rieselten staendig Holzspaene von den Holzwuermern in der Decke auf uns waehrend wir schliefen und sie war so duenn, dass man sie ohne Kraftaufwand eindruecken konnte, dafuer war es einigermassen sauber und hatte Privatbad.

Den Rest des Ankunfttages verbrachten wir damit das Dorf ein wenig anzuschauen und guenstige Restaurants zu finden (was nicht wirklich zu Erfolg fuehrte). Ausserdem buchten wir uns eine gefuehrte Kanutour am naechsten Morgen um 6 Uhr frueh. Wir entschieden uns gegen die Schildkroetentour (man wartet nachts am Strand auf Schildkroeten, die ihre Eier ablegen), weil es zu dieser Jahreszeit nur eine 50:50 Chance gibt auch eine zu sehen. Nachts mussten wir ganz schoen mit den Muecken kaempfen, denn trotz Fliegengitter vor den Fenstern kamen diese Mistviecher in unser Zimmer rein. Nicht sonderlich praktisch in einem Malariagebiet in dem jeder Provilaxe nimmt (ausser uns). Also muessen wir jetzt wohl hoffen, dass keine der 30 Muecken, die uns trotz Rauchspiralen und Mueckenspray (wir leerten eine halbe Spruehflasche in 2 Tagen) gestochen haben, Malaria uebertrug. Aufatmen werden wir wohl erst nach den naechsten zwei Wochen ohne Fieber koennen.

Am Morgen ging es dann sehr frueh raus. Die ganzen kleinen Wege waren vermatscht und ueberflutet von dem Gewitter der Nacht. Unser Bootsfuehrer paddelte geschlagene 3 Stunden durch die Kanaele des Tortuguero Nationalparks. Es regnete die gesamte Zeit (was nicht so stoerte, da wir Regenjacken dabei hatten und wenigstens mal nicht schwitzten). Wir sahen einige Kaimane (Babys inklusive), Basilisken (wirlich suesse Dinger), Leguane, Bruellaffen, Tucane und natuerlich viele andere Voegel. Wir erkannten auch ziemlich schnell, dass es nicht gefaehrlich werden kann sich selber ein Kanu auszuleihen, denn Kaimane sehen zwar aus wie Krokodile sind aber wirklich klein (trotzdem moechte man nicht mit ihnen schwimmen gehen). Die Kanufahrt hat sich aber nicht nur wegen den Tieren gelohnt, sondern auch wegen der wirklich schoenen Landschaft. Endlich war es mal wirklich wie im richtigen Regenwald – dicht bewachsen, Lianen und befremdende Geraeusche. Leider haben wir nicht wirklich schoene Bilder von den Tieren, da sie uns keine 10 cm nah rangelassen haben und mit Markus Weitwinkelkamera sie trotzdem recht klein wirken und meiner die Batterien ausgingen.

Nach der Kanufahrt gingen wir mit unserer dritten Touristin im Boot noch fruehstuecken. Sie ist genau am Anfang ihrer 10 Monatigen Weltreise, weshalb man schnell ins Gespraech kam.

Anschliessend hiess es Schlaf nachholen, Essen gehen (wir haben ein Restaurant genommen, das Kreditkarten nimmt – hier gibts keinen ATM) und danach war eine Wanderung durch den Regenwald geplant. Aus dieser wurde leider nichts, da es so geregnet hat, dass der einzige Wanderweg nicht passierbar war und es im Wald dank beginnender Regensaison nur so von Moskitos wimmelte. Daher gings nur ein wenig an den Strand (leider keine Schildkroete gesehen) und danach - als es wieder anfieng aus Kuebeln zu schuetten – beschlossen wir mit ein paar anderen Backpackern die ueberdachten Haengematten aufzusuchen.

Am naechsten Tag gings dann wieder mit dem 6 Uhr Boot zurueck zum Festland. Die Regenfaelle sind allerdings so heftig geworden, dass das ganze Land ueberschwemmt war und der Fluss auf Grund Baumstaemmen nicht passierbar. Daher gings mit dem Motorboot ueber Felder und Wiesen zu einer anderen Faehrestation (schaut euch die Kuehe an – was man nicht auf den Fotos sieht: ein paar standen schon knietief im Wasser, das war der einzige trockene Fleck auf ihrer Weide!). So schlimm soll es angeblich nur 2 Tage im Jahr sein. Wir Gluecklichen haben natuerlich genau so einen erwischt. An welchem Anleger wir ankamen wissen wir bis jetzt immernoch nicht. Allerdings kam ein Bus und der brachte uns in die naechste Ortschaft, von wo aus wir einen Bus nach San Jose bekamen.

Heute gings dann noch Souvenirs kaufen, denn morgen sitzen wir schon im Flugzeug nach Hause! Bald sehen wir euch alle wieder!

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